Farbiges Nordargentinien

Nachtrag letzter Abend In Chilecito:

Heute war es wieder drückend heiss. Wir gingen wie jeden Tag morgens kurz in die Stadt um mit einem guten Wifi Routenplanung zu machen, den Blog hoch zu laden und ein paar Sachen einzukaufen. Ausserdem mussten wir noch Geld abheben, um den Camping bezahlen zu können. Am Abend war ein grosses Assado mit allen zusammen geplant, da einer der Campierenden seinen 19ten Geburtstag feierte. Am Nachmittag halfen wir Holz suchen damit es ein schönes grosses Feuer gibt. Als die anderen Amigos mit dem Essen zurück kehrten, begann es plötzlich heftig zu stürmen und regnen. Der Strom fiel in ganz Chilecito aus. Unterdessen bereiteten alle zusammen Salate und Pebre zur Beilage zu und das Feuer wurde eingeheizt. Dazu gab es vino tinto, welchen wir aus alten Gurkengläser tranken. Wer braucht schon ein Weinglas?! Bis die Glut parat war, dauerte es eine ganze Weile. Es wurde Gittarre gespielt, gesungen und gelacht. Nach dem leckren Asado steuerten wir noch für jeden eine Schoggibanane bei. Es war ein superschöner und angenehmer Abend.

Um etwa Mitternacht verabschiedeten wir uns dann von allen, weil wir am nächsten Tag früh aufbrechen wollten. Als wir noch das Geld im Zelt holen wollten, um den Camping zu bezahlen, kam die Ernüchterung. Unser ganzes Bargeld war weg (etwa 100.-sfr). Wir berichteten dies dem Verantwortlichen (der Campingbesitzer war gerade für ein paar Tage weg). Er war sehr erstaunt, und meinte, dies sei während seinen zwei Jahren, in denen er schon dort sei, noch nie passiert. Er war bestürzt und wollte uns helfen. Am Schluss wollte seine Freundin sogar etwas Geld für uns sammeln, damit wir wenigstens etwas hatten. Wir schätzten diese Geste sehr, lehnten jedoch dankend ab. Wir hatten Glück, war nur das Geld weg, und die 100.- sind zu verkraften (auch wenn es hier in Argentinien für uns, unser Wochenbudget bedeutete). Viel mehr schmerzte es, dass es jemand aus der Gruppe gewesen sein musste. Zumindest sind wir davon überzeugt, weil es so gezielt und innerhalb eines so kurzen Zeitfensters passierte. Naja, schlussendlich gingen wir dann doch schlafen, ohne den Camping zu bezahlen.

Chilecito – Cafayate 459 km

Am nächsten Morgen regnet es immer noch. Wir sind ziemlich geschlagen, und packen still unsere Sachen zusammen. Bis wir abreisen, ist noch niemand von den anderen wach. Kurz überlegen wir, ob wir nochmal eine Nacht bleiben sollen um besseres Wetter abzuwarten, aber nach dem Diebstahl von Gestern ist uns nicht danach. Also fahren wir ins Zentrum und nehmen noch einen Kaffee in unserem üblichen Wifi-Café. Es regnet in Strömen bis etwa 11.00 Uhr.

Irgendwann beschließen wir trotzdem einfach zu fahren und wenns nicht besser wird, Autostop zu versuchen. Tatsächlich, nach etwa 20 Kilometer hört es auf zu regnen. Also fahren wir mal drauf los und schauen, ob wir die geplanten 120km schaffen. Die Strecke ist öde und die Strassen ziehen sich endlos hin. Das Ereignis von gestern nagt noch immer an unseren Gedanken. Wir fühlen uns “verarscht” von unseren “amigos” und rätseln noch eine Weile darüber, wer es tatsächlich gewesen sein könnte. Zu einem Ende kommen wir natürlich nicht. Was soll’s, vorbei ist vorbei, es geht uns gut und wir haben alles was wir brauchen. Wir machen unsere Ohrstöpsel rein, hören spannende Podcasts oder fetzige Musik und bringen so die vielen Kilometer erstaunlich schnell hinter uns. Am Ende fahren wir sogar noch weiter als geplant bis zum Camping Indigo. Ein schöner, ruhiger Camping mit vielen Tieren und frischen Früchten, welche wir direkt von den Bäumen essen dürfen. Welch Genuss!

Wir verbringen hier eine heisse, aber ruhige Nacht.

Die Ruta40 führt uns am nächsten Tag wieder in sehr trockenes und heisses Gebiet. Die Landschaft bietet wenig Abwechslung, ist aber wunderschön mit den cremfarbenen Felsen und Hügeln. Nach dem Mittagessen genehmigen wir uns noch eine Siesta im Schatten der wenigen Bäume.

Als wir dann wieder weiter fahren, ist die Hitze unerträglich geworden. Alle zehn Minuten müssen wir anhalten um zu trinken. Das Wasser in unseren Flaschen ist heiss und so werden wir durstiger, je mehr wir trinken. Was würden wir geben, für etwas eisgekühltes zum trinken…Der Schweiss tropft und wir fallen fast von unseren Fahrräder, als etwa 15km vor unserem Ziel, ein Auto mit Camperanhänger hält, und uns fragt, ob wir mitfahren wollen, und uns eine eisgekühlte Flasche Wasser in die Hände drückt (Wünsche gehen eben doch in Erfüllung). Unendlich dankbar steigen wir ein. Bei den überaus freundlichen Leuten, handelt es sich um ein argentinisches Paar, die mit Tochter und deren Freundinnen für ein paar Wochen im Urlaub sind. Wir dürfen mit ihnen gleich bis nach Santa Maria mitfahren. Ein Ort, den wir erst in drei Tagen eingeplant hatten. So können wir uns viele Kilometer und viele Höhenmeter in der unerträglichen Hitze sparen. Etwa 1 1/2h später verabschieden wir uns dann wieder und machen uns auf zum Camping Munchipal, wo wir die nächste, ruhige, und seit langem wieder mal etwas kühlere Nacht verbringen.

Am Tag darauf nehmen wir die nächsten 80km bis nach Cafayate in Angriff. Die Strecke geht mehr oder weniger gerade aus. Aber leider ist der Wind gegen uns und macht das vorankommen schwerer als gedacht. Da hilft nur eines, gute Musik im Ohr! 🙂

Als wir dann nach Cafayate rein fahren, kommen wir an vielen, grossen und prächtigen Weingüter vorbei. Die ganze Salta und Jujuy Region ist bekannt für deren Weinanbau. Überall gibt es Degustationen zu machen. Wir freuen uns! Wir entscheiden uns für einen kleinen, aber sehr gemütlichen Camping, direkt im Zentrum. Die Bodegas (=Weinkeller) sozusagen in Gehdistanz. Nach dem Zeltstellen gehen wir nochmals raus zum Einkaufen und das Städtchen zu erkunden. Cafayate ist in der Provinz Salta eine der touristischen Hauptatraktionen. Was uns auch sofort ins Auge sticht. Wir sind nicht mehr die Einzigen “Gringos” (blond und helle Augen) auf der Strasse. Es gibt viele schmucke Restaurants, Bars und etliche Souvenirlädeli. Wir kaufen ein für ein leckres Asado über dem Feuer und lernen, zurück auf dem Camping, zur Abwechslung wieder mal zwei Auslandschweizer aus Schweden kennen.

Wir bleiben drei Nächte in Cafayate. Obwohl wir uns hier auf fast 1700 m.ü. M. befinden (also fast auf der Höhe von St. Moritz), bleibt es weiterhin drückend heiss. Auch die Nächte sind kaum aushaltbar und lassen uns eher schlecht als recht zu Schlaf kommen. Während dem Tag besuchen wir ein paar Bodegas und lassen unser Weinwissen aufbessern. Zumindest glauben wir die kleine, freundliche und kecke Touristenführerin in ihrem schnellen Spanisch mit argentinischem Akzent, mas o menos (mehr oder weniger) verstehen zu können.

Am Abend gehen wir seit langem wieder mal chic auswärts Essen. Ich geniesse es, zwischendurch (also so etwa einmal im Monat) mal wieder “die schönen Kleider” (ich trage tatsächlich auch ein schwarzes, edles, knitterfreies Kleidchen mit) heraus zu holen, mich schön zu machen und den inzwischen fast ausgetrockneten Mascara aufzutragen, um für kurze Zeit dem Fahrradreise- Groove zu entfliehen. Tatsächlich sehen wir so “heraus geputzt” nicht wie typische Langzeitreisende aus. Zweck erfüllt:-). Nur die Flipflops und der Dreck unter den Fingernägeln könnten uns bei genauerer Betrachtung verraten… Das Essen schmeckt und der anschliessende, erfrischende Caipiriña in einer kleinen Bar in einem grünen Hinterhof, runden den Abend und unseren Besuch im touristischen aber schönen und gemütlichen Cafayate ab.

…Und wie sehr wir diese Fahrradfreien Tage in Zivilisation auch geniessen, freuen wir uns immer wieder, wenn es dann endlich wieder weiter geht. Raus auf die Strasse und rein ins Abenteuer 😃

Cafayate – Purmamarca 350km

Wir sind beide noch ziemlich müde als wir um 6 Uhr aufstehen. Argentinier sind auf Zeltplätzen einfach laut. Und erst um 22:00 mit dem Essen anzufangen, fügt sich nicht sehr gut in den Schlafrhythmus von Velofahrern ein. Dennoch sind wir einigermassen gut drauf, denn wir wissen, dass heute viele Highlights auf uns warten.

Schon wenige Kilometer nachdem wir die letzten Weingüter passiert haben, fahren wir entlang eines Flusses in ein kleines Gebirge. Dieses Gebirge trennt Salta von Cafayate und besteht aus vielen schroffen rot gefärbten Felsformationen. Sowas haben wir auf unserer Reise noch nicht gesehen und es ist schön nach vielen Tagen Ödnis wieder spektakuläre Landschaft um sich zu haben.

Zuerst passieren wir „Las Coloradas“, dann „Los Castillos“, „Las Ventanas“, „El Obelisco“, „La Yesara“, ein paar andere und zum Schluss noch „El Anfiteatro“ und „Garganta del Diablo“. Alles sind eindrückliche und einzigartige Felsformationen. Besonders zu den letzten Zwei zieht es auch den Massentourismus hin und wir sind plötzlich umgeben von zahlreichen anderen Touristen, welche in Reisebussen regelrecht angeschwemmt werden. In solchen Momenten wird uns immer wieder bewusst, wie schön wir es haben mit dem Fahrrad zu reisen. Erstens werden wir nicht einfach als Standardpaket durch einen Tourenoperator verarbeitet und zweitens waren wir bei all den anderen Attraktionen jeweils allein. Wir waren richtig überrascht, als wir im Amphitheater auf eine Horde Touristen, inkl. Verkaufsstände und eine Musikgruppe trafen. Das Amphitheater war aber dennoch schön und sehr eindrücklich.

Nur wenige hundert Meter nach dem Verlassen der letzten Attraktion treffen wir am Strassenrand Ezekiel. Ezekiel hat seine Fahrradreise vor 18 Monaten in Kolumbien angefangen (wir planen etwas schneller da einzutreffen). Er ist mit seinem kleinen Hund unterwegs. Vielleicht erlaubt ihm das mehr Freiheiten? Auf jeden Fall hat er sein Zelt die Nacht zuvor direkt am Strassenrand aufgeschlagen – ziemlich mutig. Typisch argentinisch nimmt er‘s auch etwas gemütlicher, so dass er um 13:00, als wir auf ihn treffen, gerade erst sein Camp abgebrochen hat. Wir plaudern etwas und nehmen ein Video für seinen YouTube Channel auf (1a Performance von „Vogulisi“).

Danach setzen wir unsere Fahrt entlang des Flusses fort. Entlang eines Flusses durch ein Gebirge zu fahren, heisst übrigens nicht, dass es eine entspannte Fahrt wäre. Netto verlieren wir zwar 300hm, doch durch das ständige auf und ab akkumulieren sich über den Tag 1200 Höhenmeter (das selbe passiert übrigens auch entlang einer Küste).

Am späten Nachmittag treffen wir in La Viña, unserem heutigen Rastplatz, ein. La Viña ist ein kleines verschlafenes Kaff. Ausser ein paar Almacens zum einkaufen, gibt es nichts. Auf dem Dorfplatz sind ein paar Pferde angebunden, die wohl beim Einkaufsbummel helfen. Aber: La Viña ist das einzige Dorf weit und breit und liegt genau zwischen Cafayate und Salta. Deshalb stoppt hier ab und zu (und ausschliesslich) ein Fahrradfahrer. So wie wir.

Das waren heute erneut 106km, in letzter Zeit knacken wir die 100km Marke alle paar Tage. Entsprechend müde kommen wir an und freuen uns, dass der “Camping” tatsächlich geöffnet ist. Denn eigentlich ist es gar kein Camping, sondern einfach die örtliche Sportanlage. Als wir ankommen finden gerade Turnstunden statt und auf dem Platz nebenan werden Festzelte für den Carneval vom Sonntag aufgestellt. Wir stellen unser Zelt auf dem Rasen auf, sind natürlich die einzigen Gäste und werden von den Anwesenden mit Interesse gemustert.

In der Nacht fängt es zu Regnen an. Wir freuen uns! Zwar wird so alles nass, doch kühlt es auch etwas ab. Für uns bedeutet das, nach etlichen super heissen Nächten im Zelt, wieder mal erholsamen Schlaf. Am Morgen regnet es immer noch und wir packen unser Zelt nass zusammen.

Unterwegs passiert zunächst nicht viel, bis Fränzi von irgendeinem Insekt gestochen wird (äusserst schmerzhaft!) und Urs‘ Gepäckträger bricht (äusserst ärgerlich!). Tatsächlich sinkt Urs‘ Stimmung sofort in den Keller.

Das Problem ist, dass unbedingt ein Gepäckträger von höchster Qualität her muss und Argentinien einfach nicht über Qualitätsprodukte verfügt. Importbestimmungen, Mercosur, etc. führen zu dieser Qualitätslücke. Dazu erreichen wir in einer Woche Bolivien. Und wie sagt man so schön: Bolivien beginnt da wo die Strasse aufhört! Deshalb kaufen wir einen Schrott-Argentinischen-Gepäckträger und bestellen einen besseren im Ausland (zu 2.5x des Preises in der Schweiz, wegen Transport und Importzoll).

Aber Defekte gehören zu einer Fahrradreise mit dazu. Und bis jetzt hatten wir, trotz vielen Schotterstrassen, noch sehr wenig Probleme. Besonders im Vergleich zu den anderen Reisenden, welche die selben Routen gewählt haben. Viele wurden regelrecht geplagt von platten Reifen, gebrochenen Speichen und weiteren Problemen. Wir nicht. Reparieren geht übrigens nicht, da es sich um einen Aluminiumträger handelt und die Aufhängung gebrochen ist.

Wir kommen dennoch gut in Salta an und machen uns gleich auf zum Couchsurfer, bei dem wir die nächsten zwei Nächte bleiben werden. David ist 27 und wohnt mit seinen Eltern 6km ausserhalb von Salta. Für uns ist das immer etwas „risky“, wenn Couchsurfer entfernt vom Zentrum wohnen. Denn es gibt zwar manchmal auch bessere Viertel am Stadtrand, doch üblicherweise wohnen da die ärmeren Leute. Davids Viertel ist aber in Ordnung und sein Zuhause schön und super ordentlich. Glück gehabt, auch Fränzi kann sich also die Nacht entspannen.

Zu Gast bei David ist auch William aus Brasilien. Er ist am Backpacken und bleibt gleich lange bei David wie wir. So kommt es, das wir zusammen mit Davids Eltern zu sechst am Tisch sitzen und plaudern. Eine sehr gesellige und lustige Runde. Mit etwas Bier vergeht die Zeit so in Windeseile und schon bald ist es Zeit essen zu gehen.

David möchte uns sein Lieblingsrestaurant zeigen. Das Restaurant ist bei Einheimischen sehr beliebt, deshalb stellen wir sicher, dass wir bereits früh, also um 21:30, da sind. Und siehe da, vor dem Eingang gibt es bereits eine Schlange. Wir haben Glück und erhalten schon nach kurzem Warten einen Tisch in einem der Innenhöfe. Das Restaurant ist gross. Es gibt mehrere Esssäle und Innenhöfe. In jedem davon sitzen an einem Tisch ein paar Locals mit Instrumenten und singen traditionelle Lieder. Es scheint ein richtiges Privileg zu sein hier zu spielen, es gibt sogar eine Musikgruppe die nicht zum Zug kommt. Die Stimmung ist echt toll, und das traditionelle lokale Essen auch. Für Urs gibt es Locro und für Fränzi Lamm Cazuela. Beides sind Eintöpfe mit viel Fleisch und Gemüse. Dazu gibt es, wie hier üblich, Sangria.

Wir sind alle müde vom Reisen, deshalb gehen wir schon ziemlich früh wieder. Und siehe da, jetzt gibt es eine ca. 20m lange Schlange vor dem Eingang. Nun verstehen wir den Hype. Das Restaurant ist echt einmalig und die Preise dazu äusserst fair.

Am nächsten Vormittag erkunden wir Salta und machen ein paar Besorgungen. Salta wird in Argentinien fast immer „Salta, la linda!“ genannt. Und Salta ist tatsächlich hübsch, leider haben wir aber kaum Zeit um die Stadt richtig zu erkunden. Denn am Nachmittag machen wir eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt bei San Lorenzo, einem Villen-Dorf nahe bei Salta. Die Wanderung ist sehr schön, führt durch dichten, feuchten Wald und ein paar mal durch einen Bach. Zum Schluss setzt noch Regen ein, doch bei diesen Temperaturen ist das überhaupt kein Problem.

Am Sonntag fahren wir bereits wieder los Richtung Norden. Letzte Nacht hatte uns beide heftigen Durchfall eingeholt. Wir haben keine Ahnung von was… Dementsprechend fühlen wir uns sehr schlapp und müde. Deshalb steuern wir den erstbesten (gar nicht so einfach einen einigermaßen guten und offenen zu finden) Campingplatz an. Da bleiben wir zwei Nächte um uns zu erholen und einige Sachen zu putzen und wieder auf Vordermann zu bringen. Am Tag darauf ist das Ziel das 45km entfernte El Carmen. Dazwischen liegt eine kaum befahrene Minipassstrasse. Die Landschaft ist nun saftig grün. Zuerst fahren wir durch Schweiz ähnliche Wiesen, bevor wir in einen dichten Wald hineinfahren. Was für ein Kontrast zu den Tagen vor Salta. In nur zwei Fahrtagen haben wir wüstenähnliche Gebiete verlassen und fahren nun durch eine nasse, fruchtbare Region.

Wir geniessen die Fahrt und die Umgebung sehr. Zu unserer Überraschung ist auch der Aufstieg viel kürzer als erwartet (all unsere Karten Apps haben sich hier deutlich vertan), was die Stimmung zusätzlich hebt. Und wir treffen, das erste Mal seit einiger Zeit, auch wieder Fahrradtourer. Besonders erwähnenswert ist Lina.

Lina kommt aus Kolumbien und reist mit ihrem Sohn Adrian bereits seit einem Jahr durch Südamerika (https://m.facebook.com/UnRecorridoenCuatroPatas/). Aufgebrochen sind sie zu viert, doch nun sind sie nur noch zu zweit unterwegs. Lina hat echt Power, das merkt man gleich wenn man mit ihr spricht. Adrian hingegen schläft gemütlich im Anhänger. Beide haben sich an den Rythmus des anderen gewöhnt. Lina fährt früh morgens los, so dass Adrian im Anhänger gemütlich ausschlafen kann. Adrian muss sich so nicht langweilen, bis sie Mittags ihr Ziel erreichen. Abends gehts dann für beide früh ins Bett.

Als nächstes möchte Lina nach Buenos Aires, um dann via Brasilien und Venezuela (!) nach Kolumbien zurückzukehren. Wir sind beide tief beeindruckt! Aber auch etwas irritiert. Niemand getraut sich im Moment nach Venezuela zu gehen. Ausser Lina mit ihrem Vierjährigen?

Kurzer Einwurf: was in Venezuela zur Zeit passiert, beschäftigt hier alle sehr. Venezuela ist immer wieder Thema. Läft mal irgendwo ein Fernseher, dann sicher eine 24h Coverage dieser Krise (oder Fussball). Wir haben bereits viele Venezolaner getroffen und es ist tragisch wie dieses Land heruntergewirtschaftet und regiert wurde. Das Ausmass dieser Krise illustriert die folgende, alte News sehr eindrucksvoll:

„Venezuelans reported losing on average 11 kilograms (24 lbs) in body weight last year and almost 90 percent now live in poverty, according to a new university study on the impact of a devastating economic crisis and food shortages.“ – https://www.reuters.com/article/us-venezuela-food/venezuelans-report-big-weight-losses-in-2017-as-hunger-hits-idUSKCN1G52HA

Also: https://en.m.wikipedia.org/wiki/Crisis_in_Venezuela?wprov=sfti1

Auf unserer Reise wird Venezuela stets ein wichtiges Thema bleiben. Länder, wie zum Beispiel Kolumbien sind durch die Flüchtlingswelle direkt und stark von der Krise betroffen. Die Kriminalität nimmt vor allem in Grenzregionen zu. Und eine Reise nach Venezuela ist für uns ausgeschlossen.

Aber Lina fährt da durch. Sachen gibts.

Später treffen wir noch einen Argentinischen Puppenspieler und zwei Zahnärzte aus Buenos Aires.

Unsere Route führt die nächsten zwei Tage weiter nach Purmamarca.

Purmamarca ist ein touristischer Ort auf 2200m, bekannt für seinen „Cerro de los siete colores“.

Wir planen hier, vor unserer Weiterreise nach Bolivien, ein paar Tage zu ruhen und Fränzis Geburtstag zu feiern.

Fränzi: „Vielen Dank für die vielen Geburtstagsgrüsse!“

Von Urs gibts ein Bolivien-Bingo, ein Nachtessen, einen „Kuchen“ und ein Happy Birthday gesungen wie von einem Sechstklässler mitten im Stimmbruch.

Finally, Michael, für deine Bartstudie:

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