Peruanische Gastfreundschaft

La Paz – Cusco 674km

Urs versucht möglichst rasch wieder zu Kräften zu kommen, nimmt deshalb Antibiotika und Fränzi genehmigt sich im Café del Mundo, ihrem lieblings Café, ein paar Koffeinbomben.
Am nächsten Tag geht’s dann endlich los. Das Antibiotika entfaltet seine Wirkung. Urs fühlt sich zwar immer noch schwach, mindestens aber sicher genug um loszufahren. Gleich zu Beginn wartet ein Highlight auf uns. Anstatt uns die extrem steilen 700hm von La Paz nach El Alto hochzukämpfen, nehmen wir ganz entspannt die Gondel.

Witzige Erfahrung. Das Verladen ist kein Problem. Fahrräder sind in dieser Stadt aufgrund der Topografie so selten, dass auch die Angestellten der Telefericos dem Schauspiel vergnügt zuschauen. Wir sind sehr froh, die Gondel nehmen zu können und so die Hälfte von El Alto in den Wolken überqueren zu können. Denn El Alto ist das pure Chaos. Und riesig! Und eine der ärmsten Städte weltweit. Erst aus den Gondeln sehen wir wie massiv diese noch sehr junge Stadt ist. Und wie arm die Stadt ist. Die Stadt wuchs extrem schnell und ohne Regulierung. Infrastruktur? Fehlanzeige. Nicht mal die sonst üblichen Markthallen gibts. Die Lebensmittel werden direkt von Tüchern auf dem Boden verkauft. Dafür ist eigentlich die ganze Stadt ein riesiger Markt. „Marktstände“ soweit das Auge reicht. Dementsprechend ist in El Alto der flächenmässig grösste Markt Südamerikas. Das Sortiment ist aber überschaubar. Zwar kann man von Lebensmittel, über getrocknete Lamaföten bis hin zu Occasionschrauben alles finden, allerdings sind das alles hier Gegenstände des täglichen Gebrauchs.

Wer zum Beispiel Parmesan möchte, oder qualitativ „europäische“ Produkte, braucht nicht dahin zu gehen. Dennoch fasziniert uns dieser Markt. Hasenpfoten kaufen wir aber nicht.
Die letzte Gondelstation liegt etwas nach dem Zentrum von El Alto. Die Hauptstrasse bei der Station ist gleich der direkteste Weg nach Copacabana. Wir biegen auf die Strasse ein und können einfach und schnell aus El Alto flüchten. Die Hauptstrasse ist eigentlich sechsspurig. Die äusserste Spur wird aber, wie in Bolivia üblich, als Marktstand, Parkplatz, Haltestelle oder zum Flanieren benutzt. Bleiben noch 2 Spuren für uns, reicht aber. Die Leute besitzen ja fast keine Autos, deshalb sind die Strassen hier, ausserhalb der Zentren eher ruhig. Wir sind schnell aus der Stadt raus, auch weil wir es tunlichst vermeiden hier anzuhalten. Wir kommen gut vorwärts, auch wenn wir heute wegen Urs mehr Pausen einlegen als sonst.

(Quinoafeld)

700m bevor wir an unserem heutigen Ziel eintreffen, ist plötzlich Franziskas hinterer Reifen platt. Ein Dorn hat sich durch den Mantel gebohrt und lässt langsam die Luft aus dem Pneu fliessen. Da wir dem Ziel so nahe sind, pumpen wir kurz auf und fahren das kurze Stück möglichst rasch zu Ende. Alles kein Problem.
Abends schlafen wir bei einem Restaurant direkt am Titicacasee. Freundlicherweise erlauben sie Fahrradfahren bei sich zu campen.

Der Platz ist wunderschön und wir inspizieren gleich mal das Wasser des Sees. Naja.. sie sollten den See besser „Shitti-kaka-see“ nennen. Das Wasser ist trübe, dreckig und stinkt. In der Umgebung gibt es viele illegale Minen, das Abwasser geht teilweise immer noch ungefiltert in den See und die Abfallpolitik der Bolivianer hilft auch nicht. Es gibt jetzt zwar Initiativen um die Situation zu verbessern, doch hält sich niemand daran und sowieso wird es Jahrzehnte dauern bis der See sauberer wird. Echt schade. Später sprechen wir mit ein paar Fischern, die gerade die Netze entwirren und natürlich gibt es im See nur „muy poco“ Fisch.

Wir brechen wieder früh auf. Das Ziel heisst Copacabana. Copacabana ist quasi das Beach Resort von Bolivien. „Muy hermoso lugar“, hören wir immer wieder. Speziell an Copacabana ist auch seine Lage. Der Ort ist umgeben von Titicacasee und, ohne die Peruanische Grenze zu überqueren, auf dem Landweg nicht erreichbar. Stattdessen fährt der gesamte Güter- und Personenverkehr zu einem Hafen nördlich des Sees und schifft dann via Fähre nach Copacabana über. Genau das machen wir auch.
Zuerst fahren wir entlang des Sees und biegen dann auf eine grosse Halbinsel ab. Wir steigen etwa 500hm auf und sehen zum ersten Mal das wahre Ausmass des Sees. Der See ist echt gewaltig! Das Ende des Sees ist nicht auszumachen und wir fühlen uns, als würden wir dem Meer entlang fahren. Auf der Halbinsel gibt es viele Inkaruinen und -Terrassen und die Aussicht ist absolut spektakulär! Links und rechts von uns der Titicacasee und um uns alte Inkabauten. Wir fahren mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Urs ist zwar immer noch schwach, so eine wunderbare und belohnende Strecke könnte man aber sogar noch im Rollstuhl fahren.

Gegen Mittag erreichen wir den Fährhafen. Anstatt eines offiziellen Fährdienstes gibt es hier gleich dutzende private Fährmänner. So dauert es nur 30 Sekunden, nach unserer Ankunft im Hafen, bis wir ablegen. Die Seeenge, die es zu überqueren gilt, ist rund 400 Meter breit. Für die Überfahrt benötigen wir fast 30 Minuten.

Das liegt an der uralt Bauweise des Fährbotes und dem schwachen 8 PS Motor am Heck des Bootes. Wir sind froh, dass wir nur mit einem Auto und nicht noch mit einem Bus oder Lastwagen auf dem Boot sind, denn schon so verbiegt sich das breite Holzboot stark.
Wir geniessen die Überfahrt. Das Wasser scheint hier etwas sauberer zu sein, denken wir jedenfalls bis wir in eine dünne Ölschicht auf dem Wasser hineinfahren..

Am anderen Ufer geht es gleich wieder bergauf. Die szenische Route setzt sich sogleich fort und wir passieren weitere Inkaruinen.
Schon bald erreichen wir Copacabana. Der Ort ist tatsächlich so schön wie angekündigt. Und touristisch. Es gibt viele schöne Cafés und Restaurants und so was wie Strandfeeling. Baden gehen wir aber nicht, das Wasser ist auch hier schmutzig. Stattdessen campen wir bei einem Hostel und treffen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Fahrradfahrer.

Er kommt aus Kolumbien, fährt Richtung Süden und arbeitet zur Zeit im Hostel, weil er kein Geld mehr hat. Wir lernen vieles über Kolumbien und geben uns viele Tipps für die weitere Reise.
Urs erholt sich langsam und so entscheiden wir uns, hier keinen Ruhetag einzulegen und stattdessen am nächsten Tag gleich nach Peru weiterzureisen. Unser viertes Land. Zur Grenze sind es nur 12km und schon um 10 Uhr erreichen wir den Zoll. Der Übergang ist äusserst unkompliziert. Fragen werden keine gestellt. Als wir die Peruanische Beamtin darauf hinweisen, dass wir langsam unterwegs sind und ein Visum für 90 Tage benötigen, schreibt sie von Hand einfach „90“ auf den Stempel im Pass. So einfach kann es gehen. Nach nur wenigen Minuten reisen wir nach Peru ein.

Gleich im ersten Dorf müssen wir Geld holen und Essen einkaufen. In Südamerika gilt, neues Land, neue Währung, neue Shops mit neuem Sortiment. Der erste Einkauf ist jeweils etwas abenteuerlich. Der Unterschied zu Bolivien ist aber gering und schon bald essen wir im Park zu Mittag. Urs holt noch kurz Brot beim nahegelegenen Markt und als er zurückkommt ist Fränzi bereits von einer Gruppe interessierter Frauen umgeben. Es wird geplaudert und gelacht. Sofort offenbaren sich Unterschiede zu Bolivien. Die Leute scheinen hier offener und freundlicher zu sein. Dieser Eindruck wird sich die nächsten Tage weiter bestätigen. Wir freuen uns wieder von positiveren Leuten umgeben zu sein, wundern uns gleichzeitig aber, weshalb die Bolivianer so reserviert sind.
Am Nachmittag fahren wir weiter bis nach Juli, ein kleines untouristisches Dorf am See. Wir haben uns entschieden die erste Nacht in Peru nicht wild zu campieren und stattdessen ein Zimmer in einer Hospendaje zu nehmen. Dieses erweist sich als Shit-hole, die Zimmer sind schmutzig und eine Küche gibt es nicht. Also nehmen wir unsere Küchenutensilien und kochen unser Abendessen mitten auf dem Dorfplatz. Sehr zur Belustigung der Einheimischen. Alle paar Minuten stoppt jemand und löchert uns mit Fragen, was wir denn kochen würden und wie unser Benzinkocher funktioniert. Jedenfalls die Frauen. Die Männer schauen zwar sehr interessiert, versuchen aber meist unauffällig zu bleiben. Einige wollen unser Essen, oder gar unser Equipment auf der Stelle abkaufen. Wir kommen auch in ein längeres Gespräch mit einem Polizeibeamten. Und natürlich kochen wir unter scharfer Beobachtung mehrerer Hunde. Das hat sich seit Bolivien nicht verändert.

Am Tag darauf erreichen wir Puno. Dieser Ort liegt am Westufer des Titicacasees und ist vor allem für seine Inseln aus Schilf berühmt. Ein indigener Stamm flüchtete, immer wenn die Inkas nahten, auf den See. Zuerst in Booten und später fingen sie an, aus Schilf ganze Dörfer zu errichten.

Gingen die Inkas weg, trauten sich auch die Uros wieder näher ans Ufer. Die Instandhaltung der Inseln ist äusserst aufwändig. Das Schilf muss alle paar Monate gewechselt werden. Aufgrund dieses Aufwandes, aber auch weil das Inselleben wenig Perspektive bietet, leben zur Zeit nur noch rund 100 Familien auf dem See. Die meisten Leben vom Tourismus.

Wir bleiben zwei Nächte in Puno und treffen wieder Fahrradfahrer. Einen Italiener zusammen mit einer Koreanerin. Kennengelernt haben sie sich in irgendeinem -stan. Er ist schon um die halbe Welt gefahren, sie hat noch wenig Erfahrung. Auf jeden Fall haben sie ihre gemeinsame Reise gerade erst in Lima begonnen. Und da warten als erstes die Anden. Gleich mal 3000hm am Stück hoch in die Berge. Die Arme! Sie habe manchmal geweint.. Wir haben Mitleid und versichern ihr, dass es jetzt mehr bergab gehen würde:-).
In den Anden zu fahren kann echt hart sein, wir kennen das. Wir hatten aber massig Angewöhnungszeit und Training, bevor wir in den strengsten Teil der Anden fuhren. In Chile und Argentinien überquert man die Anden um auf die andere Seite der Bergkette zu gelangen. Oft ist dies nur ein Pass und man schafft ihn in 1-2 Tagen. In Bolivien und Peru sieht das anders aus, da gibt es nur Pässe. Befindet man sich nicht gerade am Meer oder auf dem Altiplano, sind Anstiege/Abfahrten von 2500hm keine Seltenheit. Für uns heisst das „Augen zu und durch“. Jemand untrainiertes führt es aber an seine physische Belastungsgrenze. Und uns auch 😉 Sie fahren nun aber wieder zurück ans Meer. Also nur noch etwa 15’000 Höhenmeter bis es für sie weniger bergig wird.
Wir fahren in entgegengesetzte Richtungen weiter. Für uns ist es nur ein kleiner Sprung bis Juliaca, der hässlichsten Stadt Südamerikas. Jedenfalls sagen das die wenigen Fahrradfahrer, die wir treffen. Als wir in die Stadt reinfahren, erkennen wir was sie meinen. Pures Verkehrschaos, total überlaufen und die Gebäude sind echt lieblos. Die ganze Stadt wirkt sehr eng und getrieben und wir entdecken auch keine Plätze oder schöne Strassen, die zum Verweilen einladen. Stattdessen einen riesigen Markt, direkt auf den Gleisen, der jeweils hastig zur Seite geräumt wird, wenn ein Zug den Bahnhof verlässt. Unserer Meinung stellt dieser Markt mit Leichtigkeit den Hexenmarkt in La Paz in den Schatten. Zu kaufen gibts neben den typischen Sachen auch Lamaföten, allerlei Wundermittel (auch Drogen) und Okkultes. Im Gegensatz zu La Paz ist der Markt hier aber nicht touristisch und einiges grösser (und schäbiger).
Wir sind ziemlich sicher die einzigen Touristen in dieser Stadt und bewegen uns vorsichtig, aber auch fasziniert durch die Strassen.
Unsere Unterkunft ist das Casa Ciclista. Geovanni, der Eigentümer hat schon um die 800 Cicloviajeros beherbergt, die meisten davon Franzosen und Deutsche. Schweizer entdecken wir in seinem Gästebuch nur um die fünf. Kurz bevor wir aber im Casa eintreffen, reisst Urs die Kette. Nach nur etwa 900 gefahrenen Kilometern? Wir reiben uns verwundert die Augen. Also nochmals zurück zum Markt und die „Fahrradläden“ (die meisten sind Openair und verkaufen gebrauchte uralt Fahrradteile direkt auf den Zuggleisen) abklappern. Tatsächlich wird Urs fündig und findet eine passende und sogar neue Shimano Kette.
Geovanni, der Besitzer des Casas, ist super nett und hat viele Tipps und spannende Geschichten zu erzählen. Und obwohl er um die 800 Reisende beherbergt hat, hat er erst eine eigene Fahrradreise unternommen. In einer Woche nach Cusco. Er möchte unbedingt nach Europa. Ihm liegt aber sein Casa de Ciclista so am Herzen, dass er den Starttermin immer wieder hinauszögert.

Früh morgens brechen wir wieder auf. Heute stehen über 100 km auf dem Plan. Wir möchten ein grosses Stück zurücklegen, da es hier einfach nicht so viel interessantes gibt. Ausserdem erwarten wir Rückenwind, stellen bald aber ernüchternd fest, dass die Vorhersage falsch war. Zum Glück ist die Strecke relativ flach, wir befinden uns ja immer noch auf dem Altiplano. Wir strampeln uns sechs Stunden lang ab, bevor wir kurz vor der Abenddämmerung bei einer Schule für Bauern/Tierärzte ankommen. Wir hoffen auf ihrem Gelände zelten zu dürfen. Falls nicht möglich, wäre die nächste Schlafgelegenheit erst 20km weiter bei einer Joghurtfabrik. Doch alles kein Problem. Die Professoren freuen sich uns zu sehen! Sie zeigen uns einen Raum in dem wir schlafen können und laden uns sogleich zum Abendessen ein. Dankend stellen wir unser Zelt in dem Raum auf. Was zu etwas Belustigung führt, doch wir fühlen uns im Zelt wohler, denn der Raum ist nicht der sauberste. Mäusedreck und so.

Beim Abendessen lernen wir viel über die Schule. Ausgebildet werden hier innert eines Jahres Tierärzte. Die Ausbildung ist sehr Praxisbezogen und das Ziel davon ist, dass die Tierärzte dann auch die Bauern in der Umgebung weiterbilden. Die Schule besitzt äusserst viel Land, 2000 Alpacas, ein paar hundert Kühe (inkl. Schweizer Braunvieh. Bis ca 2000 wurde die Schule von einer Schweizer Delegation unterstützt, jetzt haben die Neuseeländer übernommen), und viele andere Tiere.

Zufälligerweise hat heute ein Professor Geburtstag. Es gibt Kuchen, und natürlich geben auch wir ein Ständchen zum Besten: „Zum Geburtstag…“.

Weiter gehts nach Aguas Calientes. Immer noch auf dem Altiplano, immer noch gegen starken Wind, dafür aber etwas weniger flach. Wir fahren nur etwa 60km und kommen früh nachmittags bei einem Thermalbad an. Wir fragen ob wir in der Therme zelten dürfen – alles kein Problem. So kommt es, dass wir unser Zelt inmitten der HotPools bei einem Picknicktisch aufstellen. Es ist eisig kalt, wir entscheiden uns aber dagegen in den Pools zu baden. Sie sehen leider nicht sehr hygienisch aus. Das heisse Wasser kommt übrigens direkt aus dem Boden. An vielen Stellen ist der Boden ganz warm und es blubbert direkt aus dem Grund. Das heisse Wasser wird von mehreren Kanälen eingefangen und in die Pools geleitet.

Die Pools sind bis zu 42 Grad warm.

Wir kochen mitten in der Therme, was wieder zu Belustigung führt. Mehrere Frauen schauen uns aus zwei Metern Entfernung aus dem Fenster eines Bades zu und kommentieren lauthals unser Menu und die Kochtechnik. Alles ganz ohne Scham, sie haben richtig Spass dabei. Natürlich laden wir sie auf ein paar Bissen ein, sie gehen aber bevor das Essen fertig ist.

Morgens als wir aufstehen ist das Zelt aussen pflotschnass. Geregnet hat es nicht, die Dämpfe der Pools haben sich aber über Nacht auf dem Zelt gesammelt. Heute ist ein wunderschöner Tag. Wir geniessen die Sonne, trinken ein paar Kaffees und warten darauf bis das Zelt trocknet.

Noch zwei Tage bis Cusco.

Am Fusse der berühmten Colored Mountains finden wir abends eine Hospedaje, bei der wir Campen dürfen. Long story short: Fränzi wird von einem Hund gebissen und wir entscheiden uns hier keine Sekunde zu lange zu bleiben und reisen bereits am nächsten Morgen so schnell wie möglich wieder ab.

So erreichen wir einen Tag früher als erwartet Cusco. Bereits um 14h00 befinden wir uns am Stadtrand. Um ins Zentrum zu gelangen, versuchen wir die Hauptstrasse zu meiden. Das stellt sich rasch als Fehler heraus. Wir fahren durch ein paar nicht so tolle Viertel und entscheiden uns auf die Hauptstrasse zurückzukehren. Die wenigen Kilometer bewältigen wir in über zwei Stunden. So viel Verkehr hat es eigentlich gar nicht, aber die Peruanischen Autofahren sind egoistische gefährliche Arschl***er. Die schlechtesten und asozialsten welche wir jeh gesehen haben. Das sagen auch alle anderen Fahrradfahrer die wir noch treffen werden. Versteht uns nicht falsch: Die Peruaner sind echt nett und liebenswürdig, doch sobald sie sich ans Steuer setzen, passiert irgendwas mit ihnen. Naja.. Wir schaffen es heil zum Hostel Estrella.
Das Hostel ist etwas älter, aber sehr sauber und vorallem ist es ein echter Treffpunkt unter den Fahrradfahrern. Neben uns sind 5 andere Tourer hier. Wir checken gleich ein paar Nächte ein, denn wir haben viel zu organisieren und reparieren. Ein neues Tretlager, Smartphone (Fränzi hat ihres zerstört), neue Reissverschlüsse fürs Zelt (die alten sind nicht mehr zu retten), Bremsbeläge, Imprägnierspray, Fahrradgriffe und eine kleine handliche Zange. Den Blog möchten wir updaten, Routenplanung machen einige Emails schreiben (Banken und Versicherungen), Cusco erkunden und natürlich dürfen wir den Machu Pichu nicht verpassen. Gut ist, dass man sich bei all dieser Adminarbeit nebenher ziemlich leicht erholt. Urs hat zusätzlich die Aufgabe wieder ein paar Kilos anzufuttern. Es gibt eine Waage im Hostel und wir stellen etwas erschrocken fest, dass er in Bolivien fast 9 Kilos verloren hat (Dafür ist er am Berg jetzt unschlagbar ;-)) Alles in allem werden wir wohl eine Woche hier bleiben.

Der Ausflug zum Machu Picchu ist so touristisch wie erwartet. Für An- und Abreise benötigen wir je einen Tag. Für den Besuch auch. Die Ruine ist spektakulär, was es für uns aber ausmacht, ist eher seine Lage. Machu Pichu liegt echt mitten im nirgendwo auf einem Berg. Hermoso! Und seine Geschichte ist interessant.

Wir geniessen die paar Stunden auf dem Berg, finden aber die gesamte Touristenabzocke ringsherum abstossend. Würden wir einen Besuch empfehlen? Unklar. Viele gehen nur da hin aus der Angst etwas sehr spezielles zu verpassen. Wir wohl auch. Kann man mit diesem Gefühl umgehen, braucht man den Machu Pichu nicht zu besuchen.

Jetzt sind wir zurück in Cusco und entspannen (gezwungenermassen) noch ein paar Tage. Urs’s Fahrrad ist noch beim Mechaniker und der hat wegen Ostern bis Montag geschlossen. Wir haben sowieso noch einiges zu tun, kein Problem also. Ausserdem freuen wir uns die ganzen berühmten Osterprozessionen Cusos zu verfolgen. Danach gehts Richtung Peruvian Divide weiter. Eine der schönsten und szenischsten, aber auch härtesten Routen Perus. Wir freuen uns! 🙂

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