Que chévere!

Fränzi macht einen fünfwöchigen Kurzurlaub in der Schweiz während Urs Perú weiter erkundet.

Home sweet Home @ Fränzi

Und schon nehme ich meine zwei Fahrradtaschen vom Gepäckband und bewege mich rasch Richtung Ausgang durch die Zollkontrolle. Um mich herum viele Menschen, die mir ähnlich sehen, die mir bekannt vor kommen. Vor allem ihre Stimmen. Ich fühle mich sofort vertraut und dazugehörig.

Als ich die letzte Schranke passiere steht da ganz unerwartet meine Mutter. Was für eine schöne Überraschung! Wir gehen zusammen auf den Zug zu meiner ältesten Schwester wo bereits ein feines Gschwellti mit vielen auserlesenen Käsesorten auf uns wartet. Unterwegs gesellet sich eine weitere Schwester hinzu und so wird es ein super schöner und gemütlicher erster Abend zurück in der Schweiz. Sofort fühle ich mich zuhause. Nur, dass das Toilettenpapier hier in die WC Schüssel gehört ,muss ich mir zuerst wieder angewöhnen.

Ich verbringe fünf wunderschöne Wochen mit unzählig vielen Treffen mit Familie und Freunden.

Ich geniesse das Zusammensein mit meinen Lieblingsmenschen total und erfreue mich der schönen Landschaft und Natur.

Natürlich kommt auch das Velofahren nicht zu kurz, zumal die SBB Preise ohne Halbtax einfach Wucher sind. Unterwegs mit dem Fahrrad fühle ich mich frei, gesund und glücklich.

Die Zeit vergeht wie im Flug und so kommt der Abschied so rasch wie das Wiedersehen gekommen ist.

Ein Wechselbad der Gefühle, ein paar Tränchen und viele liebe Worte später sitze ich (echli wie zwüschet Stüehl und Bänk) bereits wieder im Flugzeug nach Lima und lasse es einfach passieren ohne genau zu wissen wie ich mich überhaupt fühle. Die Vorfreude auf das Unterwegs sein ist gross, das Ungewisse, die andere Welt, die unbekannte Umgebung und die fremden Menschen auf diesem anderen, einzigartigen Kontinent irgendwie komisch…

Und schon nehme ich meine zwei Fahrradtaschen vom Gepäckband, laufe durch die letzte Zollkontrolle hindurch und mache mich auf zum Bus, welcher mich in die Stadt Lima und zu meinem Hostel und später zu Urs zurück bringt.

Südamerika 2.0 ist gestartet.

Ab in die Selva @ Urs

Für einige Tage bleibe ich noch in Lima. Die Stadt gefällt mir gut, obwohl es hier eigentlich nicht so viel zu tun gibt und geniesse genau das: nichts tun. Sogar auf die eine oder andere, der durchaus spärlichen Attraktionen in Lima, verzichte ich.

Dafür verbringe ich einige Zeit im stadtbekannten Katzenpark, oder spiele gleich nebenan mit einem Venezolanischen NM (National Master) Schach. Natürlich bin ich chancenlos und verliere jedes Spiel.

Ich lerne viele Leute kennen, unter anderem auch einen Australier, der im selben Hostel eincheckt und gleich an seinem ersten Tag in Südamerika ausgeraubt wird. Vielleicht hätte er nicht jeden im Hostel fragen sollen, wo er seine mitgebrachten AUD nachts um 10 Uhr noch tauschen kann. Jedenfalls, willkommen in Südamerika😉.

Ah, und erklärtes Ziel ist es auch die in Bolivien verlorenen Kilos wieder anzuessen. In Lima bin ich dazu am richtigen Ort, und kann mit bestem Gewissen schlemmern.

Nach einigen Tagen gehts dann weiter nach Iquitos, einer grossen Stadt mitten im Amazonas. Sie ist die grösste Stadt der Welt, die nicht per Strasse erreichbar ist. Die Blütezeit erlebte sie während des Kautschukbooms, später war sie berüchtigt für Prostitution, Piraterie und Schmuggel und heute dient sie als Ausgangspunkt für Touristen um in den Jungel zu gehen. Tuktuks beherrschen die Strassen, am Markt kann man Schikdkrötenfleisch und andere Köstlichkeiten kaufen und die Armen der Stadt wohnen in Pfahlbauten direkt auf dem Amazonas.

Viele Touristen kommen bloss hier her um die Dschungeldroge Ayahuasca auszuprobieren. In meinem Hostel sind es wohl etwa ein Drittel der Gäste. Einige checken nur kurz ein um zu Duschen und eine Nacht in der Zivilisation zu verbringen. Am nächsten Tag verschwinden sie gleich wieder für eine Woche, zugedröhnt in irgendeinem Dorf draussen im Urwald.
Spannende Gespräche sind vorprogrammiert. Einige finden Erleuchtung, andere benötigen es zu medizinischen Zwecken, natürlich.. Und überraschend wenige sind bloss neugierig und wollen es halt mal ausprobieren. Für mich ist das nichts. Und je mehr „Profis“ ich kennenlerne, desto mehr stosst es mich ab. Ayahuasca scheint auf jeden Fall gerade sehr in zu sein. Die Leute kommen von überall deswegen hierher. Der ganz normale Irrsinn einer Stadt mitten im Nirgendwo.

Ich fliege wieder zurück nach Lima, bleibe nochmals ein paar Nächte und fahre dann per Bus nach Trujillo um die Ruinen von Chan Chan zu besuchen.

Im Hostel hat es, wie immer, einige Argentinier. Zwei haben ihre Tätowiermaschinen mitgebracht. Abends schauen wir Copa América, es kommen ein paar Peruanerinnen dazu und was macht man wenn eine Tätowiermsschine herumsteht? Klar: Spontantattoos. Ohne lange zu überlegen, wird ein Sujet gefunden, dass man sich dann gleich von einem der Jungs stechen lässt. Der Haken? Die Jungs sind bestenfalls Amateure.. Das ganze illustriert eines ganz gut: In Südamerika sind Tattoos sehr viel häufiger als in Europa. Das ganze muss auch nicht wohl überlegt sein, ist ja nicht für immer😅.

Die nächsten 16 Tage verbringe ich in Máncora. Máncora ist ein bekannter Strand-/ Party-/Surfer Ort ganz im Norden Perus. Der Humboldt-Strom erhält hier Konkurrenz, womit die Meerwassertemperatur zum ersten Mal auf unserer Reise 20c überschreitet.

Ich geniesse meine Strandferien hier, esse täglich mindestens ein Ceviche, schaue weiter die Copa América und helfe zwischenzeitlich ein paar Argentiniern bei der Eröffnung ihres Empenada-Takeaways.

Der Versuch wird dann aber aprubt abgebrochen, als sich einer der Jungs im Ausgang Ärger aufhalst und morgens um fünf Uhr ein Mann mit Pistole vor ihrem Takeaway auftaucht. Dennoch wars eine gute Zeit.

Goodbye Peru, Welcome Ecuador @ juntos

Máncora – Uzhcurrumi 230km

Endlich ist Fränzi wieder da! Wir bleiben noch ein paar Tage in Máncora und geniessen Strand, Ceviche und Sonnenuntergänge.

Nach drei Tagen süssen Nichtstun schwingen wir uns endlich wieder auf den Sattel.

Station 1 heisst Swiss Wasi bei Zorritos, ca 60km nördlich von Máncora. Swiss Wasi ist ein kleiner Zeltplatz direkt am Meer, geführt von einem Westschweizer. Wir wollen aber vorallem da hin um noch einen letzten Abend am Meer zu verbringen, bevor es dann über die Grenze und wieder Inland geht. Danach werden wir das Meer erst in der Karibik wieder sehen. Wir fahren fast den ganzen Tag der Küste entlang. Die Vegetation ist weiterhin kahl und sandig. Uns wird aber mitgeteilt, dass sich dies quasi an der Grenze zu Equador ändern soll und da die tropische Landschaft beginnt. Wir sind gespannt.
Unterwegs verkauft ein junger Mann mitten auf der Strasse vorbeifahrenden Autos Popcorn. Uns schenkt er sie. Alvin kommt aus Venezuela, ist aber da schon vor vier Jahren mit dem Fahrrad aufgebrochen um Südamerika zu bereisen.

In Peru ist er nun seit einiger Zeit sesshaft. Sofort bietet er uns an, dass wir doch noch eine Weile bleiben sollen. Wir lehnen dankend ab, Urs‘ Visum läuft sowieso in einem Tag ab.
Früh nachmittags treffen wir bei bestem Wetter im Swiss Wasi ein und geniessen den Strand. Mit baden wirds aber aufgrund sehr hohen Wellen nichts mehr. Dennoch ein würdiger zwischenzeitlicher Abschied vom Meer.

Heute geht es über die Grenze nach Equador und dann gleich ein gutes Stück ins Land hinein. Wir möchten es vermeiden im Grenzort zu übernachten. Bisher waren Grenzorte jeweils keine so tolle Erfahrung. Also fahren wir 95km, inkl. Grenzüberquerung. Alles klappt super, die Grenze ist rasch überquert und da alles flach ist, erreichen wir den Zielort „Happy Fruits“ etwa um 15h00. Die Landschaft hat sich tatsächlich ab der Grenze massiv verändert. War zuvor alles sandig und karg, wähnt man sich nun in tropischem Grasland. Was für ein Wechsel!
„Happy fruits“ ist eine ehemalige kleine Plantage, die sich nun auf Ökotourismus eingestellt hat und nachhaltig (aber sehr wenig) produziert. Im Moment verzichten sie zum Beispiel darauf Orangen zu verkaufen, da sie für 100 Stk. lediglich USD 1.50 erhalten und sich die Arbeit dafür schlicht nicht lohnt. Stattdessen kann man durch ihre Misch-Plantage laufen und alle Früchte für den Eigengebrauch gleich selbst pflücken. Mango, Sternfrucht, Cacao, Limetten, Orangen, und Chillies sind nur ein paar Beispiele was hier so wächst. Einige Früchte kennt nicht mal Fränzi, schmecken tun sie aber dennoch. Und wie! Die Orangen direkt vom Baum sind so saftig, als würde man in ein Tetrapack Orangensaft beissen. Eine richtig tolle Erfahrung!

Am nächsten Tag gehts wieder in die Berge. Die Strecke teilt sich in zwei Teile. Bis Pasaje fahren wir weiter durch die Ebene, durch gigantische Bananenplantagen. Hier gibts keine Nachhaltigkeit mehr, Monokultur so weit das Auge reicht.

Ab Pasaje gehts dann hoch in die Berge. Pasaje teilt diese Strecke in zwei Teile, weil es der letzte grössere Ort vor dem Anstieg ist und wir da für die nächsten Tage einkaufen möchten. Im Stadtzentrum angelangt, muss Fränzi dringend auf Toilette. Zum Glück ist die Touristeninfo gleich nebenan. Sie geht da hin und fragt vordergründig nach Infos zum Ort, nur um danach kurz ihre Toilette benutzen zu dürfen. Urs wartet währenddessen bei den Fahrrädern auf dem Dorfplatz. Als Fränzi zurück kommt, hat sie von der Touristeninfo ein Welcome package, bestehend aus Tasche, T-Shirt, Cap, Karte und Reiseführer erhalten. So richtig viele Touristen kommen wohl nicht hier her.

Urs wurde währenddessen von diversen Einheimischen angequatscht und kriegt viele Tipps für die Region. Alle sind super freundlich und freuen sich, dass wir da sind. Was für eine Begrüssung in Equador. Uns gefällt diese offenere und sehr freundliche Stimmung sehr gut! Es ist einfach viel entspannter zu reisen, wenn man so nett empfangen und freundlich behandelt wird. Der erste Eindruck stimmt auf jeden Fall schon mal.

Noch sind wir aber nicht am heutigen Ziel angelangt. Teil 2 wartet. Wir möchten noch bis Uzhcurrumi fahren. Dort soll es nämlich verschiedene Attraktionen geben. Und einen Zeltplatz. So richtig weiss das aber niemand. Wir werden aber bestimmt einen Schlafplatz finden. Ohnehin möchten wir heute schon ein paar Höhenmeter bewältigen, um so die folgenden Tage etwas zu entschärfen.
Nach vielem auf und ab erreichen wir das 500m höhergelegene touristische Dorf. Touristisch? Naja.. Muy lindo war wieder mal eine leichte Übertreibung.

Einen Zeltplatz gibt es auch nicht. Doch als wir uns bei einem Restaurant vergewissern, dass dem wirklich so ist, sagt er wir könnten das Zelt im Restaurant aufstellen. Zuerst sind wir skeptisch, stellen aber bald erleichtert fest, dass wir hier nicht die ersten sind, die IM Restaurant campen. Erschöpft sind wir sowieso, also bleiben wir hier. Gute Entscheidung! Der Besitzer ist, wie bisher alle Ecuadorianer, richtig freundlich und freut sich zwei Gringos auf Fahrräder zu beherbergen.

Wir essen in seinem Restaurant, schauen Copa América und schlafen total erschöpft um halb 9 ein.

Uzhcurrumi – Cuenca 122km

Nach einer ruhigen Nacht, erklingt der Weckton von Urs‘ IPhone wie das hohe, quitschende Geräusch wenn man mit dem Messer über einen leeren Teller kratzt. Viel zu früh erinnert er daran, dass wir heute einen langen Tag vor uns haben. Franziska spürt den Burger vom letzten Abend noch immer schwer im Magen liegen und fühlt sich unwohl. Trotzdem sind wir gespannt was uns heute wieder erwartet und starten unsere Tagestour, nachdem wir noch ein paar Sachen für das zMittag eingekauft haben. Freundlich werden wir fast vom ganzen Dorf verabschiedet und von allen Seiten wird uns „Suerte“ (Glück) gewünscht. Wieder sind wir total positiv überrascht von der Offenheit und Freundlichkeit der Ecuadorianer. Also machen wir uns auf, die unasphaltierte, steinige Strasse hinauf, welche sich in Serpentinen durch die satt grünen Bäume und Pflanzen zieht.

Bis wir bei der Hauptstrasse ankommen vergehen rund 60 Minuten und unzählige Tropfen Schweiss. Doch die Luftfeuchtigkeit nimmt plötzlich rapide ab. Auf Asphalt sind wir wieder schneller unterwegs. Und umso höher wir kommen, desto trockener und karger wird die Gegend. Es zieht ein starker Wind durch die Schluchten und über die Bergkuppen hinweg, sodass jegliche Vegetation kaum möglich ist.

Am Strassenrand sehen wir einige, geteerte Flächen, auf denen Cacaobohnen zum trocknen ausgelegt wurden. Ein süsser Duft liegt in der Luft.

Nach einer sehr kurzen Pause gehts dann weiter, wir sind noch lange nicht am Ziel. Immer höher und höher, und zwischendurch wieder steil runter, gehts bis um etwa 16 Uhr weiter. Bis wir zur Abzweigung kommen, welche uns zu einem Campingplatz mit Pool führen wird, unserem heutigen Schlafplatz und wo wir auch einen Pausentag einlegen wollen. Es sind nur noch zwei Kilometer bis dahin, aber diese haben es in sich. Super steil und ungeteert geht es nochmals etwa 200 Höhenmeter rauf. Da heisst es wieder mal „wer sein Rad liebt, der schiebt“. Aber es lohnt sich! Die Anlage mit Pool, einer Wiese zum campen und dem freundlichen und zuvorkommenden Poolchef, machen unsere Mühen wieder wett.

Zelt aufstellen, duschen unter der superschönen, warmen und offenen (ausser uns ist sowieso Niemand da) Outdoordusche und dann Pasta kochen. Um etwa 19 Uhr sind wir im Zelt. Total müde und sehr zufrieden.

Unser Pause- Tag verbringen wir mit Essen, Fahrrad putzen, Zelt imprägnieren (Franziska hat ein Imprägnierungsspray von der Schweiz mitgebracht. In Südamerika konnten wir dies nicht finden) und bädele. Als Fränzi plötzlich sogar ein Jackuzi entdeckt, mit klarem, warmen Sprudelwasser, getraut sich sogar Urs ins Nass.

So vergeht die Zeit viel zu schnell und schon wieder liegen wir im Zelt, in unseren Baumwollschlafsäcken (die reichen völlig aus, bei den noch immer sehr angenehm warmen Temperaturen), während unsere drei Detektiv- Freunden im Hintergrund zu hören sind.

Total erholt und gestärkt vom vorangegangenen Wellness-Tag sitzen wir um 8 Uhr bereits wieder auf unseren Rädern Richtung Cuenca. Weit kommen wir nicht, da werden wir von einem älteren Herren, welcher am Strassenrand auf einen Bus wartet, aufgehalten und erstmals wird „un ratito“ (ein Momentchen) geplaudert. Weiter geht es auf und ab. Vor allem aber auf. Am Strassenrand gibt es haufenweise Restaurants, Essensstände, Picanterias. Und alle haben ein ganzes Schwein auf einen Pfosten gespiesst und halten es warm über einem Feuer oder einer Gasflamme. Später erfahren wir, dass das Spanschwein (weil Ferkel waren das nun wirklich nicht mehr) in dieser Region Tradition hat und überwiegend an den Wochenenden angeboten wird. Es ist noch zu früh zum Essen, deshalb fahren wir an den lecker duftenden „chanchos“ (Schwein) vorbei und machen erst bei einer Tankstelle einige Kilometer weiter halt, und essen unser Reis asiatischer Art, welcher vom Vorabend übrig geblieben ist. Auch hier kommen wir sofort ins Gespräch mit anderen Reisenden aus den USA und Panama. Es ist ein Ehepaar mit einer 14jährigen Tochter. Sie sind mit dem Wohnwagen unterwegs. Wir sind uns heute auf der Strasse schon mehrmals begegnet. Als es wieder Zeit ist aufzubrechen, finden wir heraus, dass wir beide das selbe Ziel haben in Cuenca. Sie schlagen uns vor, unser Gepäck mit zu nehmen, damit wir leichter die letzten 44 Kilometer (und immer noch 700 Höhenmeter!) den Berg hinauf kommen. Dankend nehmen wir das Angebot an. Sie wirken vertrauenswürdig. Ein Foto von der Autonummer machen wir sicherheitshalber dennoch, bevor wir all unser Hab und Gut in die Hände fremder Leute geben. Danach fährt es sich super leicht und vergleichsweise schnell haben wir den letzten Hügel erklommen.

Dann geht es fast nur noch bergab und gerade aus, sodass wir viel früher, als ursprünglich gedacht, in der schönen, ruhigen und sauberen Stadt Cuenca ankommen. Bei der air bnb/ IOverlander Unterkunft werden wir schon von Miriam, der Besitzerin und unserer Bekanntschaft vom frühen Nachmittag erwartet. Wir stellen unser Zelt auf dem Parkplatz hinter dem Wohnmobil auf und machen uns frisch. Zurzeit ist Miriams Zuhause leider eine grosse Baustelle. Wir sind aber froh, eine warme Dusche zu bekommen und einen sicheren Platz zum campen gefunden zu haben – mitten im Zentrum von Cuenca. Nach dem wir uns eingerichtet haben, gehts so gleich los, und wir bekommen alle zusammen eine kleine Stadtführung von Miriam. Gerade unser erster Stopp, in einer uralten und sehr einfach eingerichteten Bäckerei wird zum Highlight. Von Aussen ist kaum erkennbar, dass sich hinter dieser unscheinbaren, schweren Holztür eine Bäckerei befindet. Wir klopfen an und ein älterer, kleiner Herr mit einer Mütze und schmaler Statur lässt uns hinein. Wir sind zu sechst, einer muss draussen warten, da es sonst einfach zu eng wäre. Es ist ein dunkler, kleiner Raum, Wände und Boden aus Stein. Rechts und links stehen Regale voller Brot. Links noch rohe, rechts gebackene. In der Mitte hat es einen grossen, langen Holztisch und am Ende des Raumes befindet sich das Herzstück der Bäckerei, der Steinofen, welcher mit Holz bereits vor Stunden eingeheizt wurde. In diesen Ofen befördern die zwei Männer ein Brot nach dem anderen. Sie arbeiten ohne miteinander zu reden. Ihre Abläufe sind klar, jeder hat seine Aufgabe. Aus dem kleinen Radio in der Ecke ertönt latin music.

Es duftet herrlich und lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Wir kaufen 12 verschiedene Brötchen für 2 Dollar und genehmigen uns davon gleich ein Apero. Dann laufen wir weiter Richtung Zentrum, den gepflasterten Strässchen entlang. Rechts und links Häuserreihen, oft im Kolonialstil gebaut, mit weisser Fassade, grossen, schweren Holztüren und filigranen Balkonen.

Miriam führt uns zu grossen, eindrücklich beleuchteten Kirchen und zum Schluss, zur grössten Kathedrale der Stadt. Insgesamt gibt es 25 Kirchen hier, erklärt unsere Gastgeberin.

Cuenca gefällt uns echt gut! Es gibt viele schöne Parks, gute Caffees, es ist sauber und ruhig. So total anders als die meisten südamerikanischen Städte die wir bisher besucht haben. Nach dem unsere knurrenden Mägen nicht mehr zu überhören sind, gehen wir in eine Pizzeria zum Essen. Der Besitzer ist aus der USA und seine verstorbene Schwiegermutter war Italienerin. Er behauptet, echte italienische Pizza zu servieren. Leider weit gefehlt. Unsere letzen Hoffnungen zerplatzen wie Seifenblasen beim ersten Bissen und lassen uns verständnislos und resigniert das „Pizza ähnliche Etwas“ hinunter drücken. Wir sind total enttäuscht und verständnislos. Dazu aber zu einem anderen Zeitpunkt noch mehr (wir planen einen Beitrag zu Pizzas in SA zu schreiben).

Den darauffolgenden Tag nutzen wir um einen Grobplan für unsere weitere Reise zu machen. Eigentlich wollten wir Blog schreiben, aber wie das so ist, kommt es manchmal anders als man denkt. Und so haben wir nach etwa zwei Stunden im Café sitzen und recherchieren ein Bild davon, wie es für uns weiter gehen könnte. Welche Länder wir noch besuchen, wie wir reisen möchten und auch wann wir ungefähr wieder zurück in der Schweiz sein werden/könnten. Viele Fragen sind noch offen, einige Dinge werden sich im nächsten Monat bereits entscheiden und anderes wird bestimmt nochmals über den Haufen geworfen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber dieses Jahr könnt ihr nicht mehr mit uns rechnen 😅.

Am letzten Tag in Cuenca erkunden wir den nahegelegenen Nationalpark „Caja“. Dafür nehmen wir den öffentlichen Bus für 2 Dollar pro Person und werden ganz „southamerica like“ musikalisch begleitet.

Oben angekommen ist es windig, regnerisch und eiskalt. Trotzdem machen wir einen kurzen Spaziergang um eine Laguna herum und geniessen die mystische Landschaft.

In der Cafeteria (die super leckere heisse Schoggi verkauft) lernen wir ein Pärchen kennen. Sie aus der USA und er aus Equador. Sie nehmen uns mit ihren Auto mit wieder zurück bis ins Zentrum von Cuenca. Auch hier spielt das Wetter verrückt. Sonne und heftige Regenschauer wechseln sich alle 15 Minuten ab. Als wir nochmals eingekauft, und für die kommenden Tage alles ready haben, gehen wir nochmals raus, in ein super Taco Restaurant. Wir freuen uns schon jetzt auf Mexico 😃.

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