Auf zum höchsten Punkt der Erde

Cuenca – Alausí 170km

In der Nacht hatte es nicht mehr geregnet. Trotzdem ist unser Zelt noch feucht als wir es frühmorgens zusammen rollen. Auch ein paar andere Dinge wurden nicht ganz trocken. Da wir heute eine lange Strecke vor uns haben, können wir aber nicht darauf warten, bis die Sonnenstrahlen, der bereits aufgegangenen Sonne, über die Häusermauern bis hinunter in unseren Innenhof scheinen. Wir sind schon sehr zufrieden, dass sich die Sonne überhaupt zeigt.

Wir fahren los durch die mit Kopfstein gepflasterten Gassen, bis wir bei der Hauptstrasse angelangt sind. Als wir eine Kreuzung mit hohem Tempo überqueren, kommt es zu einer Schrecksekunde. Wir übersehen ein etwa 20cm tiefes und 30cm breites Loch, mitten in der Strasse und fahren beide ohne abzubremsen hinein. Es gibt auf beide Räder einen heftigen Schlag. Genau so kriegt man einen sogenannten Snakebite. Nach kurzer Überprüfung scheint alles noch gut zu sein. Wir fahren weiter und hoffen, dass unsere Pneus halten. Wir haben riesiges Glück, und kommen tatsächlich ohne Schäden davon. Wieder mal, Schwalbe Marathon sei Dank! Kurz darauf befinden wir uns auch schon auf der Autobahn. Es gäbe auch andere Strassen, aber auf der „Autovia“ ist man einfach am schnellsten. So sind die ersten 30Km rasch geschafft. Und als dann die ersten Höhenmeter beginnen, fährt ein roter Pickup an uns vorbei, freundlich lächeln und grüssen die zwei Insassen. Ich grüsse zurück, so gut es eben beim Hinauffahren geht. Dann hält der Pickup plötzlich vor uns an, der Beifahrer lässt das Fenster hinunter und sie fragen wohin wir möchten. Wir möchten heute bis nach Cañar, da wir dort bereits einen Couchsurfing Platz für diese Nacht haben. Sie bieten an, uns mitzunehmen. Sie sind sowieso unterwegs bis nach Quito. Nach kurzem zögern nehmen wir das Angebot an und laden unsere Räder auf die Ladeplattform und steigen hinten auf die Rückbank ein. Die Strecke heute hätte Landschaftlich sowieso nicht allzu viel versprochen, sagen wir uns. Die beiden freundlichen Herren heissen Germán (aus Kolumbien) und Leonardo (aus Equador). Sie arbeiten für den Strassenbau und sind deshalb viel in der Sierra von Equador unterwegs. Wir unterhalten uns angeregt über Equador und seine Leute, Landschaften und das Klima. Auch Kolumbien kommt nicht zu kurz. Auf einem Pass machen wir einen kurzen Stopp und geniessen, erstmals seit Argentinien, schmackhaften Frischkäse und dazu gibts eine Tasse heissen Kaffee. Milchkaffee in Equador bedeutet übrigens eine Tasse mit heisser Milch zu bekommen und dazu gibts Nescafé Instantpulver um selber zu mischen. Auch nicht schlecht. Dann fahren wir weiter bis nach Cañar, wo wir uns wieder verabschieden und sie uns noch ihre Visitenkarte geben, mit dem Vorschlag, dass wir uns melden wenn wir in Quito sind, damit wir was unternehmen können.

In Cañar weht ein eisiger Wind durch die Strassen und lässt uns die Hühner über die Haut kriechen. Auf gut Deutsch; es ist Arschkalt. Da wir unerwartet einen Shuttleservice geniessen durften, sind wir jetzt viel zu früh dran. Wir sind nicht sicher, ob wir schon jetzt bei Pacha (vom Couchsurfing) auftauchen können. Die Kälte lässt uns aber unsere guten Manieren vergessen und wir gehen einfach bei dem Haus ihrer Mutter vorbei. Es ist ein älteres, weisses Holzhaus mit einem grossen, verwilderten Garten drum herum. Und vier Hunden. Franziska freut sich.

Doch nachdem sie verstanden haben, dass wir von der Familie Willkommen geheissen werden, verlieren sie glücklicherweise schnell das Interesse. Die Mutter scheint etwas überrascht und gestresst, dass wir schon da sind. Sie wusste zwar, dass wir früh dran sind, soo früh hatte sie aber nicht erwartet. Pacha wird noch bis um etwa 19 Uhr arbeiten. Nach einer Weile aber bietet uns die Herrin des Hauses etwas vom Mittagessen an, das sie sowieso für ihre Arbeiter (welche Arbeiten rund ums Haus verrichteten) gekocht hatte und wir kommen ins Gespräch. Sie ist eine spannende Frau und erzählt uns, dass sie in der traditionellen andinischen Medizin arbeitet. Das heisst auf natürlicher Ebene, mit viel Kräutern und auch Akkupunktur, ähnlich wie in der traditionell chinesischen Medizin. In ihrem Garten lässt sie gerade einen Temazcal bauen. Ein aus Backsteinen gebautes Iglu, welches mit Feuer und heissen Steinen auf bis etwa 90 Grad erhitzt werden kann. Also eine Art Sauna, welches mit diversen Kräutern zur Genesung verschiedener Krankheiten beitragen kann. Nach dem Mittagessen, einer Dusche und einem heissen Nachmittagsgetränk aus Getreide, schreiben wir noch ein wenig am Blog, bis dann schliesslich Pacha am Abend auftaucht. Sie ist 32 jährig und arbeitet als Ärztin. Sie liebt das Reisen und hat auch schon einige Orte in Südamerika und Asien besucht. Sie war sogar über drei Monate in China und hat ein bisschen chinesisch gelernt. Nun arbeitet sie in Cañar in der öffentlichen Klinik und unterhält so die ganze Familie.

Wir gehen zusammen in die nächste Cafeteria und plaudern ein wenig. Es geht um das Wetter, Politik und die Gesundheitsversorgung in Ecuador. Dazu gibts eine heisse Schokolade. Hier in Ecuador wissen sie echt wie man eine gute heisse Schokolade macht. Fränzi ist begeistert.

Morgens gibts dann ein nahrhaftes, ecuadorianisches Frühstück. Sehr lecker, und die perfekte Vorbereitung für die Fahrt nach Chunchi. Der Aufenthalt in Cañar war sehr spannend, wir haben viel über Equador gelernt und einige traditionelle Gerichte probieren können. Doch sind wir auch froh ins tiefer gelegene Chunchi fahren zu können. Es war echt sau kalt hier.

Unterwegs treffen wir ein junges Fahrradfahrer-Paar aus Frankreich. Sie haben die letzte Nacht bei den Bomberos in Chunchi verbracht. Also sagen wir uns, dass wir das auch ausprobieren werden. In einigen Ländern in Südamerika ist es Gang und Gäbe, dass Reisende in den Gebäuden der Feuerwehr gratis unterschlupf erhalten. So zum Beispiel in Argentinien, Kolumbien und offenbar auch in Ecuador. Wir fahren in Chunchi direkt zur Feuerwache und fragen nach.

Alles kein Problem. Sie haben Dormitorios für Gäste und würden hier viele Fahrradreisede beherbergen (sonst kommt sowieso niemand hier her). Die Unterkunft ist natürlich sehr simpel, aber auch sehr sicher und zugegebenermassen wollten wir das schon lange mal ausprobieren. Echt eine witzige Erfahrung. Und wir glauben, dass auch die hier stationierten Feuerwehrmänner dankbar für die Abwechslung sind.

Die Feuerwehrmänner raten uns, abends am Rande des Dorfes denn Sonnenuntergang zu geniessen. Chunchi sei berühmt für seine Sonnenuntergänge. Und tatsächlich, die Aussicht ist herrlich. Man sieht direkt auf die Wolkendecke der Costa hinunter (Das Tiefland ist 365 Tage pro Jahr bedeckt). Die Sonne färbt die Wolkendecke rot. Ein wirklich einmaliger Anblick.

Weiter gehts am nächsten Tag nach Alausí. Eine Ortschaft bekannt für ihre, mittlerweile nur noch touristisch genutzte, Bahnstrecke. Auf dem Weg dahin treffen wir schon wieder einen Fahrradfahrer, Rudolf aus Wien. Er ist schon länger unterwegs und wir erzählen uns viele Geschichten. Erst nach über einer Stunde setzen wir unsere Wege fort. Kein Problem, denn die heutige Etappe ist kurz und knackig.

Wir erwarten bis Riobamba noch weitere Fahrradtourer zu treffen. Hier gibt es kaum alternative Strecken, solange man sich nicht für die Strasse an der Küste entscheidet.

Alausí entpuppt sich als schöne und touristische Ortschaft.

Hier könnte man gut einen Ruhetag einlegen. Wir übernachten in einem äusserst schönen Hostel, essen Arepas und geniessen die freie Zeit, welche Wirkung durch die frühe Ankunft zur Verfügung haben.

Alausí – Latacunga 333km

Wir verlassen das super schöne, aber etwas sterile Hotel und beginnen sofort den nächsten Aufstieg.

Der beginnt gleich vor der Türe, unheimlich steil auf Pflastersteinen. Die Pflastersteine enden nach ein paar hundert Metern, steil bleibt es aber bis zum Gipfel. So quälen wir uns ganz langsam und stetig die 800hm den Berg hoch. Oben angekommen ist es Zeit mal was zu essen. Auf einem geeigneten Platz auf dem wir halten möchten, steht schon ein kleiner Lieferwagen, aus dem laute Musik erklingt. Es klingt nach traditioneller Equadorianischer Musik. Wir fahren um den Lieferwagen herum und stellen amüsiert fest, dass die Musik von den Insassen selbst gespielt wird. In dem kleinen fensterlosen Lieferwagen sitzen auf zwei Langbänken etwa 12 Personen. Auf der Rückseite der Führerkabine haben sie sogar einen Altar mit Jesusstatue aufgebaut. Vielleicht als Ersatz für die fehlenden Sicherheitsgurte? Auf jeden Fall herrscht tolle Stimmung. Auf einem Akkordeon, Trommeln und Panflöten werden rassige Rythmen gespielt und alle machen mit. Sachen gibts..
Nach kurzer Esspause beginnen wir die kurze Abfahrt, die uns auf eine Art Hochebene führt.

Wir kommen keine 2 Kilometer weit. Am Strassenrand steht ein Ecuadorianer mit Fahrrad ratlos herum. Seine Scheibenbremsen funktioniert nicht mehr, dabei muss er doch noch bis ins 80km entfernte Riobamba kommen (zu diesem Zeitpunkt ist er schon 5 Stunden unterwegs). Urs schaut sich das Fahrrad an. Geschätzter Neuwert: vielleicht 100 Franken. Und bei der Scheibenbremse ist so ca jede Schraube locker. Ein Wunder dass er es so weit geschafft hat! Nach 10 Minuten ist alles wieder korrekt eingestellt und wahrscheinlich in besserem Zustand als beim Kauf. Dennoch, das Fahrrad war bestimmt seit Wochen in miserablem Zustand. Vielleicht hätte er selbst mal einen kleinen Service machen können? Naja.. Wir verabschieden uns, wünschen ihm Glück und setzen unsere Reise fort. Der Rest der Fahrt ist dann wenig Spektakulär, bis auf die Landschaft. Es wird kalt und karg und die Erde zunehmend schwarz. Gerade als es heftig zu regnen beginnt, schaffen wir es zur Ortseinfahrt von Guamote. Schnell suchen wir Schutz unter dem Dach der örtlichen Tankstelle. Mit etwa 20 Einheimischen. Für sie ist das Business as Usual, kurz Ihre Tätigkeit zu unterbrechen und sich vor dem Regen zu verstecken. So scheint es jedenfalls. Und wie immer sind wir rasch mit ein paar Leuten im Gespräch: „…al norte“, „si, muy lindo lugar“ – das übliche.
Während Fränzi unterhalten wird, versucht Urs bei der nahegelegenen Bank USD abzuheben. Ohne Erfolg. Das ist ein Problem, denn wir haben exakt 31.- USD im Portemonnaie und möchten damit Einkaufen und die Unterkunft bezahlen. Sollte reichen, doch soll es in diesem Ort eine aussergewöhnliche gute Unterkunft geben, welche dieses Budget leider übersteigen würde. Doch der vermeintlich einzige ATM dieses Dorfes will nichts herausgeben. Also klappern wir die anderen Hospedajes von Guamote ab und finden schlussendlich eine sehr nette Alternative (in der Zwischenzeit finden wir heraus, dass es einen zweiten ATM im Dorf gibt. Nach dem Check-in läuft Urs dahin, nur um dann 1 Stunde darauf zu warten, dass die aktuell stattfindenden Reperaturarbeiten abgeschlossen werden).
Wir erhalten Zugang zur Restaurantküche und verbringen einen gemütlichen Samstag Abend in der Unterkunft. Soll heissen: wir sind praktisch die einzigen Gäste im Hotel und gehen un 21h00 schlafen. Nicht so aber das Dorf. Hier in Equador scheint am Wochenende, in jedem noch so kleinen Dorf, eine Party auf dem Hauptplatz stattzufinden. Wir gehen aber Schlafen, es kommen wohl noch genug Feste zum mitfeiern.

Der nächste Tag ist relativ easy. Wir fahren nur etwa 50km entlang von Bahngleisen mit dem Ziel San Juan, einem kleinen Dorf vor dem Aufstieg zum Chimborazo. Dort erwartet uns wieder mal ein Camping. Als wir ankommen, ist aber noch niemand da. Also gehen wir zuerst in San Juan Einkaufen. Eine Stunde später ist der Camping dann offen. Eigentlich ist es auch kein Camping, sondern ein Privathaus mit Rasen, Aufenthaltsraum und zusätzlichen Sanitären Anlagen. Alles sehr schön. Und die Gastgeber sind super freundlich. Wir entscheiden uns hier einen Tag Pause zu machen und uns auf den Aufstieg zum Chimborazo vorzubereiten.


Und hier gibts gutes WiFi, weshalb wir uns den Wimbledon Final in voller Länge anschauen können. Unglaublich spannend, aber leider auch sehr tragisch wie das Spiel endet.

Während des Ruhetages fahren wir ins nahegelegenen Riobamba um einzukaufen und genügend Bargeld für die kommende Woche abzuheben. Als wir nachmittags zum Camping zurückkehren hat ein deutsches Paar, welches per Motorrad reist, eingecheckt. Sie sind etwa gleich lange in Südamerika unterwegs wie wir, haben aber längere Pausen eingelegt. Beide sind sehr nett und so verbringen wir einen gemütlichen Abend mit ihnen, den Gastgebern und selbstgemachten Pizzas.

Dann beginnen wir den Aufstieg zum Chimborazo.

Dieser Berg ist der höchste Punkt auf der Erde. Aufgrund der Form unseres Planeten sogar höher als der Mount Everest. Wir fahren aber nur hoch bis zum „Basislager“ auf 4500m.

Dort passieren wir den Chimborazo und fahren durch Mondlandschaften Richtung Salinas. Auf dieser Höhe wächst fast nichts mehr. Wasser gibts auch nicht viel. Dennoch sehen wir unglaublich viele Vicuñas (Alpaca ähnliche Tiere, aber seltener). Die Vicuñas Leben immer an den seltsamsten Orten. Oft auf über 4500m und wo es sonst kaum mehr Tiere gibt.


Bis nach Salinas wären es noch 30km. Leider Verfahren wir uns, weshalb wir schlussendlich erst spät Nachmittags eintreffen. Das letzte Stück fahren wir auf einem Single trail steil den Berg hinunter.

Leider ist es schon spät, weshalb wir ihn nicht so sehr geniessen können.
Salinas ist ein etwas touristischer Ort.

Gegründet wurde das Dorf von Schweizern. Die Siedler brachten Käsereiwissen aus der Schweiz mit. Dies ist der Grund weshalb da heute noch guter Käse, wie zum Beispiel Gruyere hergestellt wird. Zwar schmeckt der Gruyere etwas nach Emmentaler, dennoch kaufen wir hier den besten Käse seit dem Beginn unserer Reise.

Der Tag hatte es echt in sich. Wir überlegen uns gleich nochmal einen Ruhetag einzulegen, entscheiden uns aber dagegen und für eine kurze, einfache Etappe. Wie Fränzi aber anmerkt, sind die vermeintlich einfachen Etappen am Schluss immer die härtesten. So auch heute. Wir fahren nur 30km/500hm, aber der Wind bläst uns so fest entgegen, dass wir kaum vorwärtskommen.

Als wir am Tagesziel ankommen, merken wir bereits, dass dies nicht unser Lieblings Ort wird, dennoch fehlt uns die Motivation um weiterzuführen.
Simiatug. Was für ein Shithole. Ausser Fahrradfahrer kommt hier niemand her, der nicht unbedingt muss. Das bestätigen auch die Einheimischen. Da wir ein paar Stunden zu viel Zeit haben, setzen wir uns auf eine Parkbank in der Mitte des Dorfplatzes. Zu viele Leute scheinen hier zu wenig zu tun zu haben.

Hier ein kleiner Einblick in die Stimmung Dienstag Nachmittags um 3 Uhr:
– Auf dem „Spielplatz“ hinter uns quietschen die Geräte wie wenn jemand mit den Fingernägeln über eine Wandtafel fährt
– Eine Gruppe stark betrunkener alterer Herren hält sich am linken hinteren Eck des Platzes auf (wir hoffen innig, dass sie da bleiben!)
– Der Dorfplatz selbst hat einen Bestand von 13 Hunden. Das eine Männchen kämpft permanent mit anderen Männchen oder befruchtet immer und immer wieder die selben zwei Weibchen, die dabei wenig leidenschaftlich, dafür um so schriller, jaulen
– Es gibt 6 Parkbänke. Zwei davon sind besetzt von Teenagern mit Smartphones. Die anderen Vier sind so stark verkrümmt, dass man wie auf Eiern sitzt.
– Ein Passant wird beim Spielen von einem kleinen Hund gebissen
– Ein eisiger Wind weht uns um die Ohren

Das ist alles eigentlich halb so schlimm, wäre die einzige Hospedaje nicht ein absolutes Drecksloch. Details ersparen wir euch, es ist aber kein Platz, wo man eine Nacht verbringen möchte. Leider haben wir keine Wahl. Deshalb sitzen wir nun auch auf dem Dorfplatz. Wir möchten keine Sekunde länger als nötig in der Unterkunft verbringen.

All das zusammen bestimmt unser Bild von Simiatug. Bestimmt tun wir der Gemeinde unrecht. Eine gute Erfahrung war der erste Tag in Simiatug aber nicht.

Übrigens: Bisher waren die Unterkünfte in Equador gut. Immer sauber, nette Besitzer, oft gepflegt, manchmal stilvoll eingerichtet und meist mit gutem Preis-Leistungsverhältnis.

Am Mittwoch Morgen stehen wir früh auf und fahren noch vor dem Frühstück los. Das machen wir immer so, wenn uns ein Ort nicht gefällt. Wir fahren auf Erdwegen die ersten 200 Höhenmeter den 1200m hohen Pass hinauf. Doch uns bläst ein so heftiger Wind entgegen, dass wir nach einer extrem anstrengenden Stunde bergauffahren, entscheiden umzukehren und stattdessen die 70 km nach Ambato mit dem Bus zu bewältigen.
Nach nur 5 Minuten Fahrt sind wir bereits wieder zurück in Simiatug. Das Dorfbild hat sich in der Zwischenzeit markant verändert. Schon als wir losgefahren sind, wurden vereinzelt Marktstände aufgebaut. Nur eine Stunde später herrscht buntes Markttreiben. Von überall her kamen Verkäufer und Besucher. Das Dorf ist kaum wiederzuerkennen. Unser Bus fährt erst um 11 Uhr, somit haben wir mehr als zwei Stunden Zeit um den Markt zu erkunden.

Oder uns mit Fragen löchern zu lassen. Zwei Gringos sind so weit draussen in den Bergen durchaus eine kleine Sensation.

Früh Nachmittags erreichen wir Ambato. Ambato ist, nun ja.., auch nicht besonders schön oder interessant. Die Stadt dient wahrscheinlich bloss der Navigation, so dass man die Abzweigung nach Baños und in den Amazonas nicht verpasst. Ist nicht schlimm, nicht jeder Ort muss ein Juwel sein. Doch nicht mal das Hotel Nürnberg, welches wir uns zuerst anschauen, lädt zum verweilen ein (Sven, ist kaum zu glauben, richtig?)
Wieder setzen wir uns auf den Dorfplatz und bereits nach wenigen Minuten werden wir vom Besitzer des lokalen „Casa Ciclista“ zum übernachten eingeladen.

Schade, wir haben vergessen, dass es hier ein Casa Ciclista gibt und deshalb, nach dem Besichtigen des Hotel Nürnberg, ein Airbnb gebucht.

Nach einer viel erholsameren Nacht als am Vortag brechen wir motiviert auf nach Latacunga, zu unserer Basis von wo aus wir den Ausflug nach Quilotoa und dann zum Cotopaxi National Park starten werden. Den Weg nach Latacunga fahren wir auf der Autobahn (mit Seitenstreifen). Nach etwa 20 Kilometern gesellt sich ein Mountainbiker dazu, welcher selbst in Latacunga wohnt. Gemütlich plaudernd fahren wir zu dritt dem Tagesziel entgegen.

Und noch bevor wir ankommen, lernen wir so viel interessantes über die Stadt und Umgebung.
Übrigens, wenn man sich in Ecuador Freunde machen will, braucht man bloss Richard Carapaz zu erwähnen (Giro Italia Sieger 2019, und Ecuadorianer).

Jetzt sitzen wir in einer Bar in Latacunga, schreiben Blog und geniessen ein kühles Bier. Nach zwei eher mässigen Ortschaften gefällt uns dieser Ort bestens. Gute Stimmung, nette Leute, viele schöne Kolonialbauten und die Aussicht morgen bei der Laguna Quilotoa zu zelten – was will man mehr?

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