Goodbye Südamerika – ein kleines Resume

Es ist Halbzeit. Am 13. Oktober fährt unser Segelboot nach Panama. Zeit für eine Reflektion.

Sonnenuntergang in der Bucht von Cartagena.



Das Resume machen wir in etwas anderer Form als gewohnt. Als selbst geführtes Interview zwischen uns beiden. Viel Spass beim Lesen!


Wie geht es dir?

F: Gerade blendend. Wortwörtlich. Ich liege auf einer Dachterasse von einem **** Hotel (unsere erste Edelunterkunft) mit einem kleinen Pool und die Sonne knallt mir ins Gesicht. La vida es buena!
U: Sehr gut. Die Klimaanlage läuft und wir bereiten uns auf Mittelamerika vor.



Länder & Erfahrungen

Welches Land hat dir am besten gefallen?

F: Sehr schwierige Frage. Ich würde sagen landschaftlich Peru, Argentinien wegen den super freundlichen Menschen dort und den vielen tollen Begegnungen.

U: Argentinien. Wegen den freundlichen Leuten, dem guten Asado und der Leichtigkeit in diesem Land zu Reisen.

Welches ist deine Lieblingsroute?

F: Die Great Divide in Peru! Atemberaubende Landschaft, Natur und Abgeschiedenheit.

U: Die Carretera Austral in Chile. Wilde Landschaft, perfekte Campspots und genügend Infrastruktur. Und man trifft viele Fahrradfahrer.

Deine liebste/lästigste Zeit des Tages?

F: Ich denke die schönste Zeit des Tages für mich ist, wenn wir irgendwo in der Natur unser Nachtlager gefunden haben, alles aufgestellt ist und der Moment, wenn man irgendwo in der Nähe noch in ein Gewässer hüpfen kann und die ganzen Strapazen des Tages sofort vergessen sind. Dann fühle ich mich lebendig und gleichzeitig angenehm müde. Und hungrig 😉. Ah, und der erste Kaffee morgens nach dem aufstehen ist auch schön. Das lästigste ist der Abwasch.

U: liebste Zeit: Morgens früh aufzustehen, an einem schönen Wildcamp bei noch sehr frischen Temperaturen den Kocher vorzubereiten und darauf den ersten Kaffee zu Kochen.
Lästigste Zeit: Jeden Morgen die Luft aus dem Mätteli zu pressen und es zusammen zu rollen.

Wo war dein schönster Zeltplatz?

F: Sandy Bitch, äh..Sandy Beach (gell Mirja😉). Ein Wildcampplatz auf der Carratera Austral direkt am kühlen, klaren Fluss mit Sandstrand.


U: Am Infinity Pool in Bolivien. Privater HotPool im nirgendwo.


Wo könntest du dir vorstellen ein paar Jahre zu leben?

F: Eigentlich nirgends😬. Wenn es aber sein müsste, dann in Argentinien, Bariloche (landschaftlich bekannt als Schweiz der Argentinier). Auch klimatisch der Schweiz sehr ähnlich. Wunderschöne Seen und von hohen Bergen umgeben. Der Ort ist sehr touristisch, da würde ich schon eine nette Tätigkeit finden, womit ich mein Geld verdienen könnte (wenn auch die wirtschaftliche Lage in Argentinien haarsträubend ist). Ah, und es gibt dort wohl sehr leckere Schokolade! Eigentlich wie Luzern.

U: Für kürzere Zeit irgendwo in Argentinien, wohl Mendoza oder Buenos Aires. Müssen es aber mehrere Jahre sein, dann wegen der höheren Lebensqualität eher in Valparaíso (Viña del Mar) in Chile.

Welche Begegnung hat dich fasziniert?

F: Die Geschichte von Gilberto, dem Mexikaner, der ohne viel Hab und Gut von Zuhause aus los gefahren ist, mit einem sehr einfachen, alten Fahrrad. Ohne grossen Plan und ohne Absicherungen. Einfach so, weil er Freude am Reisen hatte.

U: Vor allem Begegnungen mit Reisenden, die schon mehr als 5 Jahre unterwegs waren. Die meisten davon waren überraschend normal;-).

Dein herausfordenster Moment/Tag?

F: Das war wohl in Bolivien auf der Lagunenroute. Nach bereits sechs sehr anstrengenden und langen Fahrtagen zwischen 4000-5000 Meter über Meer, war der siebte in folge dann doch etwas zu viel des Guten. Spätestens dann, als plötzlich heftiger Gegenwind eingesetzt hatte, war ich nahe dran, das Fahrrad einfach in den Sand zu schiessen und los zu heulen. Zum Glück hat Urs mir geholfen wo er nur konnte und so erreichten wir dann doch noch unser Ziel, irgendwann.

U: Nach wochenlangem Durchfall, 10kg Gewichtsverlust und irgendeinem Parasiten in Bolivien, war meine Motivation weg. Hätte da Fränzi nicht auf mich geschaut, wäre ich wohl in den nächsten Flieger in die Schweiz gestiegen.

Verpasste Gelegenheiten während deiner Reise?

F: Im Nachhinein wäre ich in Lima doch sehr gerne mal in einen richtigen Gourmetschuppen essen gegangen. Es gibt da wohl zwei von drei (?) weltweit besten Restaurantes überhaupt. Und wenn wir schon von Peru sprechen, vielleicht gehe ich mal zurück und mache noch die ganze peruvian Divide ;-).

U: Sehr wenige. Vielleicht beim Lago del Desierto zwischen Villa O’Higgins und El Chaltén eine Nacht wild zu Campen. Es gibt da einen wunderschönen Platz direkt an einem kristallklaren See mit Aussicht auf den Fitz Roy. Ausserdem sind da immer ein paar Fahrradfahrer anzutreffen. Dieser Platz hätte es wohl zu meinem „schönsten Wildcampspot“ gebracht.

Was hast du über Südamerika gelernt?

F: Die allermeisten Menschen, die (zu) viel Macht haben sind schlechte Menschen! In allen Länder wo wir waren steht Korruption an der Tagesordnung. Von Gerechtigkeit und Chancengleichheit keine Spur. Das betrübt mich sehr. Dafür landschaftlich total vielfältig und absolut atemberaubend!

U: Damit könnte ich ein Buch füllen. Positives und negatives. Ein paar Beispiele.
– Die Sicherheitslage ist nicht so schlecht wie vor der Reise gedacht. Dafür ist Korruption und Misswirtschaft viel verbreiteter als erahnt. Beides ist so stark im politischen System verankert, dass mir bei einigen Ländern unklar ist, wie sie die Wende schaffen können.
– Die Länder sind alle sehr verschieden. Auch wenn du nicht wüsstest, dass du eine Grenze überquerst, würdest du es sofort spüren. Die Leute sind anders, die Stimmung, Kultur, Baustil und Infrastruktur.
– Die Anden sind massiv! Besonders in Peru. Dagegen wirken die Alpen flach und härzig.
Es gibt soo viel was wir nicht über Südamerika wissen. Auf uns in Europa hat dieser Kontinent nur wenig Einfluss. Alles wirkt so weit weg, dass es nur die wichtigsten Ereignisse in die Nachrichten schaffen. Noch weniger wissen wir über die Kultur. Wer kennt zum Beispiel Indio Solari? In Südamerika und vorallem Argentinien geniesst er geradezu Gott-Status ( https://youtu.be/5tHNjWdFRUU ). Oder Simon Bolívar? Die wichtigste historische Persönlichkeit ganz Südamerikas. Unzählige Orte und sogar ein Land wurden nach ihm benannt.
Ja, es gibt viel zu lernen:-)

Dein skurilster Moment?

F: Es gibt ständig skurile Momente, aber wir haben uns schon so daran gewöhnt, dass es gar nicht mehr so auffällt. Aber da gab es die Situation in Bolivien, als ich bei einer Marktfrau Zwiebeln kaufen wollte. Sie fragte noch, wie viele, ich sagte 4 Stück und dann machte sie die Augen zu und schlief ein. Und ich stand da völlig verwirrt was da gerade passiert (Hallo versteckte Kamera?). Als ich keine Kamera entdecken konnte und mich wieder gefasst hatte, zuckte ich schliesslich mit den Schultern und ging zur nächsten Verkäuferin.

U: Da gab es so viele. In Argentinien öffnen sie zum Heizen der Wohnung einfach den Backofen und stellen die höchste Stufe ein (Gas ist vom Staat stark subventioniert). Am nächsten Tag gehen sie dann gegen die Sparmassnahmen des Staates demonstrieren.
Ah, und Simon Carisch und Mirja Schwarz haben mal unseren Blog gehackt.

Was würdest du anders machen?

F: Ich würde mir mehr Zeit nehmen um die wunderschönen, naturbelassenen Orte die wir unterwegs gefunden haben intensiver auszukosten. Kürzere Tagesstrecken, mehr Pausentage zum Beispiel auf der Carratera Austral, Lagunenroute oder Great Divide.

U: Ich würde auf spektakulären Routen mehr Ruhetage machen. Das Zelt morgens einfach mal stehen lassen und die Landschaften aufsaugen. Besonders jetzt, wo wir im Landschaftlich etwas unspektakuläreren Kolumbien sind, wird mir bewusst, was für gewaltige Strecken wir gefahren sind.


Persönlich

Was hast du über dich gelernt?

F: Naja, ich weiss jetzt dass ich körperlich und mental mehr kann als ich vor der Reise dachte. Die persönlichen Grenzen haben sich verschoben. Und ich habe auch gelernt, wie viel eine schöne und saubere Umgebung mein Wohlbefinden positiv beeinflusst (oder halt ebä s’Gägeteil). Und, ich gestehe jetzt ein, dass ich doch nicht so Hitzeresistent bin wie ich immer dachte. So rund 22 Grad sind perfekt.

U: Ich habe gelernt einfach mal inne zu halten und nichts zu tun. War auch nötig, manchmal gab es einfach nichts zu tun (ausser zu geniessen).

Was hast du über deinen PartnerIn gelernt?

F: Mir fällt auf, dass Urs sehr extrovertiert und gesprächig ist und offen auf Fremde zu geht (wahrscheinlich war das schon vorher so, ich hatte einfach keine Möglichkeit das in diesem Masse zu Erkennen). Und er hat sich während den letzten Monaten oft mit Themen wie Gesundheit, Nachhaltigkeit und seinem persönlichen Lebensstil befasst. Auch das war vorher schon so, einfach nicht so intensiv. Jetzt kann er einfach auch mal nichts machen. Und, sein Sauberkeitslevel hat sich der FRS (Fränzi- Reinheits-Skala) angenähert.

U: Fränzi ist zum Hundeanwalt geworden! Sprüche wie „oh, lue mal dä härzig Hund dert!“ waren vor der Reise unvorstellbar und verblüffen mich jetzt noch! Nein, Spass bei Seite.. Ich bin beeindruckt wie zäh Fränzi ist und auch bei besonders harten Tagen motiviert und bei Laune bleibt! Das einzige was ihre Motivation trüben kann, sind heftigste Gegenwinde.

Wie motivierst du dich auf einer schweren Etappe?

F: Meistens muss ich mich nicht speziell motivieren. Falls aber doch mal der Wurm drin ist, hilft definitiv bekannte, fetzige Musik. Shore: alles mögliche.

U: Musik und Podcasts.

Hast du dich physisch verändert?

F: So gut wie gar nicht. Nach harten Wochen und Dauerdurchfall vielleicht mal 5Kilos weniger. Die waren dann aber schnell wieder drauf;) Ansonsten einen strafferen Hintern (sagt Urs) 😅.

U: Mein Körpergewicht hat sich nun bei etwa 73kg eingependelt. Normalerweise bin ich um die 80kg.
Ich glaube ich bin ausdauernder geworden und gefühlt etwas langsamer. Und ich habe den Eindruck, dass mein Herz-/Lungenvolumen grösser geworden ist (ohne das irgendwie belegen zu können). Auf jeden Fall bleibt die Atmung und der Puls auch bei steilen Anstiegen regelmässig und tief. (F: ja, das kann ich nur bestätigen. Man nennt ihn auch Roger Federer;))

Wie du dir den Tag versüsst?

F: Ja, mit dem Kaffee am Morgen und den Cookies am Abend. Und falls wir irgendwo mal echtes Glück haben und eine richtig gute Panadería finden, dann mit einem Schoggigipfeli (was während dem ganzen letzten Jahr vielleicht so 4 Mal der Fall war).

U: Komischerweise fehlt mir dieses „Tag-versüssen-Bedürfnis“. Vielleicht kaufe ich mal eine Tüte Chips, das hilft dann aber vor allem gegen den Nachmittagshunger.

Was hast du übers Velotouren gelernt?

F: Mit genügend Zeit kann man auch auf über 4000 Höhenmeter und mit Gepäck noch gut Velofahren. Nach Bolivien zu radeln war vor der Reise für mich unvorstellbar! Und, die Welt ist nicht so gross wie sie scheint.

U: Man wird sehr gut in der Routenplanung. Oft können wir unsere Ankunft auf +/- 30 Min genau einschätzen. Auch bei sehr speziellen Profilen.
Auch habe ich gelernt, dass es sich lohnt sehr einfach zu reisen und gar nicht auf spezielle Fahrradausrüstungsgegenstände zu achten. Zum Beispiel ist ein leichtes Wanderhemd zehnmal besser als jedes Fahrradtrikot.

Wolltest du die Reise mal abbrechen?

F: Nein, nie.

U: In Bolivien war ich nahe dran, als ich so geschwächt war.

Was rätst du jemandem, der eine Fahrradreise in Südamerika plant?

F: Behalte die Klimatabelle und Windrichtungen im Auge und plane so, dass du zwischen November – März in Patagonien bist. Ausserdem ist es ratsam, sich regelmässig bei Einheimischen über die aktuelle Sicherheitslage zu erkundigen. Und dann – go for it 😃

U: Sich vorher genau zu überlegen, was man erleben möchte. Dann ein entsprechendes Fahrrad-Setup wählen. Und auf Klima und Wetter schauen. Das kann lokal extreme Unterschiede aufweisen. Manchmal wechselt man fast wöchentlich zwischen den Jahreszeiten. Und einige Regionen sind in gewissen Monaten nicht passierbar.

Was vermisst du an der Schweiz?

F: Natürlich Familie und Freunde! Und dann reifer Käse, gutes Vollkornbrot und hohe Hygienestandarts.

U: Familie, Freunde, einige Menus und allgemein die Schweizer Standards. Okay, in der Schweiz gibt es viele Regeln, aber es funktioniert einfach alles wirklich gut! Anstatt Willkür und Korruption gibt es in der Schweiz ein hohes Mass an Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Und es ist sehr sicher in der Schweiz. Zur Zeit sind wir in Kolumbien und man ertappt sich immer mal wieder dabei, wie man zurück über die Schulter schaut und prüft ob einem jemand folgt. So was ist in der Schweiz unvorstellbar.

Was sind deine Erwartungen an den zweiten Teil der Reise?

F: Ich hoffe dass wir auf der Baja California und/ oder in der USA nochmals eine volle Packung Abgeschiedenheit und Natur Pur erleben dürfen.


U: Nach einem Jahr Inka-Kultur freue ich mich auf einen Szenenwechsel, neue Entdeckungen und Kulturen. Das mexikanische Essen und generell auf die USA.


Ausrüstung

Der beste/schlechteste Ausrüstungsgegenstand?

F: Die beste Investition war definitiv mein Sea to Summit 650+ Daunen Schlafsack. Ohne ihn hätte ich schon einige schlaflose Nächte verbracht (ob wegen Kälte oder unsaubere Betten). Und der schlechteste Ausrüstungsgegenstand ist leider unser Wasserfilter von Katadyn (schweizer Marke). Leider hält er einfach nicht was er verspricht und das, obwohl er so wichtig für uns wäre. It’s a shame! Und es macht mich auch ziemlich wütend gerade, nur darüber nachzudenken.

U: Das Beste: Wir haben einige sehr gute und zuverlässige Gegenstände dabei. Dazu gehört sicher unser Kocher (MSR Whisperlite), die Fahrräder, die Bereifung (Schwalbe Marathon) oder unsere Solar Camping Laterne (Luci).
Das Schlechteste: Der Katadyn Wasserfilter. Gute Idee, tolles Versprechen aber mangelhafte Umsetzung seitens der Schweizer Firma.

Was würdest du an deiner Packliste für die nächste Reise anpassen?

F: Weniger ist mehr (Kleidung) und wenn möglich bei den Kochutensilien auf Plastik verzichten.

U: Von Anfang an weniger und platzsparendere Sachen mitnehmen. Grundsätzlich ist bei der Ausrüstung die Qualität wichtiger als das Gewicht. Die Anforderungen an das Material sind beim Fahrradfahren besonders hoch, weil es im Dauereinsatz ist.
Im Moment würde ich in ein besseres Zelt und ein zweites (langärmliges) Wanderhemd investieren. Der Rest passt.

Was würdest du an deinem Fahrrad ändern?

F: Ich würde von Anfang an breitere Reifen drauf tun. Beziehungsweise ein Fahrrad kaufen wo ich die Möglichkeit dazu überhaupt habe. Meines ist da nämlich sehr beschränkt.

U: Kommt auf die Strecke an. In Südamerika machen richtig breite Reifen Sinn, in Europa werde ich wieder was schmales Montieren. Evtl. einen etwas komfortableren Sattel.



Essen

Was ist dein kulinarisches Highlight?

F: Peruanisches Ceviche. Günstig, frisch und viel.

U: Argentinien: Asado und Empenadas
Chile: Completos (Hotdogs mit Avocadocreme/Sauerkraut/Tomaten/Zwiebeln und scharfer Sauce)
Bolivien: Quinoa (wächst da überall). Ansonsten einfach alles was keinen Durchfall gibt.
Peru: Ceviche – am liebsten täglich! Und Chaufa.
Ecuador: Ehm… Die frischen Früchte (ok, gibt es auch andernorts).
Kolumbien: Arepas (Geschmack kann aber regional von sehr gut bis ungeniessbar variieren).

Das schlechteste Gericht?

F: Hotdog in Nordargentinien. Total weiches, Kartonbrot, gummiges, geschmakloses Würstchen und ein übersüsser Ketchup.

U: Hotdogs in Kolumbien (gefüllt mit ganz üblem käseartigen Gummiklotz. Oder gummiartigem Käseklotz? Unklar).
Grundsätzlich ist das Essen in Südamerika wenig abwechslungsreich und aus gutem Grund eher unbekannt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Kulinarische LowLights sind sicherlich auch die unzähligen Hühnchen-Fastfood Restaurants. Fritiertes Antibiotika-Hühnchen mit Pommes. Schmeckt in jedem Land genau gleich schlecht.

Welches ist dein liebstes Campinggericht?

F: Spaghetti al olio! Super einfach und super lecker (ohne viel zu schleppen).

U: Abwechslung. Bei den Kohlenhydraten möglichst viel Variation, dazu ein Mix aus Gemüse. Knoblauch und Zwiebeln dürfen nie fehlen.
Einmal haben wir beim Zelten „Omeletten-Tacos“ mit Avocado, Tomaten und Zwiebelfüllung gemacht. Das war spektakulär gut!

Deine kulinarische Neuentdeckung?

F: Ceviche, Empenadas und Arepas. Und ich habe das erste Mal eine Kakaofrucht gegessen.

U: Wohl Quinoa. In Europa habe ich das nur ausnahmsweise gegessen, nun gehört es aber zu meinen Lieblingsgerichten. Und natürlich peruanisches Ceviche. Habe ich vorher nie probiert, ist aber einfach saugut. Könnte ich jeden Tag essen.

Welches Gericht vermisst du am meisten?

F: Eine gute, italienische Pizza und türkischer Döner Kebab.

U: Ein Tischgrill inkl. Raclette wäre schön. Und eine richtige Bauernbratwurst mit Zwiebelsauce und Pommes. Und ja, eine Pizza Napoli wäre auch nice. Und Kebab, Brot, Bündnerfleisch… Die Liste wächst;-).



Argentinien

Dein Reisehighlight:

F: Der Perrito Moreno Gletscher bei Calafate!

U: Die Abfahrt vorbei am Aconcagua nach Uspallata.

Was hat dir besonders gefallen?

F: Die ehrlich gemeinte Offenheit und Herzlichkeit der Argentinier. Man hat nie das Gefühl, dass sie eine Gegenleistung in irgend einer Form für irgendetwas erwarten.

U: Die Argentinier sind unglaubliche Gastgeber. Man fühlt sich sehr willkommen. Ich mag ihre positive Art. Anstatt an der Inflation zu verzweifeln, macht man das Beste daraus und geht feiern.

Was hat dir weniger gefallen?

F: Die patagonischen Winde. Zumindest dann nicht, wenn sie gegen uns waren. Die haben mich beinah in die Knie gezwungen.

U: Die Winde können echt crazy sein! Und hören nie auf.

Deine Lieblings-schnappschüsse:

F:
Immer noch eines meiner absoluten Lieblingsfotos! Es entstand total spontan und zufällig, während dem der patagonische Wind heftigst von der Seite drückte. Aber wir liessen uns nicht unterkriegen, kämpften und siegten! Wir, “the Bici -Gang contra el viento”!
Einfach eine total lustige Momentaufnahme. In der nordargentinischen Wüste fanden wir dieses lehrstehende Haus und stellten unser Nachtlager da auf. Es war so heiss, dass Urs sich nach dem Mätteli aufblasen erstmal hinlegen musste:).


U:

Der Perito Moreno Gletscher war zweifellos ein Highlight in Argentinien. Der Gletscher schiebt sich täglich zwei Meter vorwärts in den See, wobei immer wieder riesengrosse Stücke abbrechen. Alle 30 Sekunden ist irgendwo ein lauter Knall zu hören. Beeindruckend!!

Zum ersten Mal kämpften wir in Nordargentinien mit der Hitze. 50er Somnencreme war zu schwach und das Wasser war in den Flaschen fast am kochen.. Heiss! Das Bild steht auch für den markanten landschaftlichen Wandel. Anstatt entlang von Seen und grünen Wäldern, fuhren wir durch trockene Steppe und rote Berge.



Chile

Dein Reisehighlight:

F: Die ganze Carratera Austral war superschön Landschaftlich und zum Fahrradreisen wie gemacht. Wunderschöne Wildcampplätze und überall sauberes, frisches Wasser direkt ab Wasserfall! Valparaiso gehört ausserdem zu meinen Lieblingsstädte in Südamerika. Sehr authentisch, Vielfältig (vor allem was die Menschen betrifft) und kunterbunt mit den unzähligen Graffitis an jeder freien Häuserwand.

U: Ganz klar die Carretera Austral.

Was hat dir besonders gefallen?

F: Die vielen tollen Begegnungen mit anderen Radreisenden. Wie zum Beispiel mit Elke und Harald oder Gilberto und Conny, mit welchen wir immer noch regelmässig im Kontakt sind.

U: Das wild Zelten im Süden des Landes. Und im Nachhinein wurde mir auch bewusst, wie angenehm es war, dass es wenig Kriminalität gibt.

Was hat dir weniger gefallen?

F: Die fehlende Isolation in den schlecht gebauten Häuser. Es war oft einfach kalt und ungemütlich.

U: Chile ist ein relativ modernes und fortschrittliches Land. Dennoch herrscht sehr grosse Ungleichheit und viele Leute können es sich zum Beispiel nicht leisten ein Mal pro Monat auswärts essen zu gehen. Doch anstatt gegen diese Ungleichheit vorzugehen, akzeptiert man es und sagt, man könne sowieso nichts ändern. Vielleicht kommt diese politische Zurückhaltung noch aus der Ära Pinochet, als die Opposition gewaltsam zum Schweigen gebracht wurde.

Deine Lieblings-schnappschüsse:

F:
Ein typisches Carratera Austral Bild. Der perfekte Kaffeeplatz früh morgens.
Unser erster Aufstieg auf über 3000 M. ü. M. auf den Cristo Redentor. Die Aussicht von da oben war gigantisch.
U:

Die Carratera Austral ist ein echtes Highlight. Und jeden Tag findet man einen Zeltplatz direkt an einem See/Fluss. Besser gehts nicht!

Gleich nochmals die Carratera Austral. Wir hatten viel kaltes Wetter und viele schlechte Strassen. Aber auch so ist die Carratera Austral in Patagonien wohl die schönste Fahrradtour die man machen kann!



Bolivien

Dein Reisehighlight:

F: Die Lagunenrute. Und absolutes Highlight mit der Wildcamp Übernachtung direkt an einem grossen, Hotspring Infinitipool 😍

U: Wohl die Lagunenroute. Und die Seilbahnen in La Paz sind auch sehr cool.

Was hat dir besonders gefallen?

F: Die einzigartige Wüstenlandschaft auf über 4000 M. ü. M. Einfach einmalig…

U: Salar de Uyuni, Geysire auf 4900m, komplett flaches Altiplano auf 4000m, dann runter in den Dschungel. Die Natur in Bolivien ist einzigartig.

Was hat dir weniger gefallen?

F: Naja, mangelnde Hygiene in allen Bereichen.

U: Ich habe 10kg in 6 Wochen verloren. Nur weil sich die Leute nicht an grundlegende Hygienemassnahmen halten können..

Deine Lieblings-schnappschüsse:

F: Ganz ehrlich, Bolivien war total schwierig sich auf nur zwei Fotos zu beschränken. Ich hätte hier das ganze Album hochladen können.
Die einmalige Wüstenlandschaft auf dem bolivianischen Altiplano. Da machen wir gerade Mittagspause mit Blick hinunter auf die Laguna Colorada.
Salar de Uyuni- ein riesiger Spiegel!

U:

Die drei Tage tief im bolivianischen Jungel waren ein Highlight. Hier präsentiert Fränzi stolz ihren ersten gefangenen Piranha.

Foto aufgenommen auf dem Salar de Uyuni. Das Foto steht für mich für die unglaubliche landschaftliche Vielfalt Boliviens.



Peru

Dein Reisehighlight:

F: Die Great Divide (ich weiss, ich wiederhole mich. Aber ihr hättet mal dort sein sollen).

U: Die Divide. Und Ceviche.

Was hat dir besonders gefallen?

F: Ceviche natürlich! Und das Zentrum von Cusco war sehr schön.

U: Die Peruanischen Anden sind gewaltig. Das macht Eindruck! Und Iquitos war sehr speziell.

Was hat dir weniger gefallen?

F: Ich liebe Berge, aber das ständige auf und ab kann dann schon mal auf die Nerven gehen.

U: Die Küste war mässig schön. Da gibts nur Sand und Nebel. Eine Woche war interessant, länger möchte ich aber da nicht sein.

Deine Lieblings-schnappschüsse:

F:
Morgens kurz nach Sonnenaufgang auf der Great Divide auf 4600 Höhenmeter, wir sind ganz alleine und es ist einfach nur still.
Einfach ein tolles Pic. Auch wenn es nicht unser Fahrrad und Zelt ist ;).

U:

Je näher wir dem Gipfel kamen, desto rauer wurde das Wetter. Eiskalter Regen und beissenende Winde schlugen uns ins Gesicht. Doch manchmal kann einem all das nichts anhaben. Alles zusammen, die Kälte, der Nebel, die einzigartige Landschaft und die Berge, machten die Fahrt durch das Hochmoor zu dem unglaublich schönen Erlebnis, an das ich mich heute erinnere.

Selfie auf dem höchsten Punkt unserer Reise. Auf 5000 Meter über Meer. Wer hätte gedacht, dass wir so weit hoch in die Berge fahren.



Equador

Dein Reisehighlight:

F: Die Übernachtung direkt unterhalb des Cotopaxi Vulkans. Auch der Chimborazo Vulkan war sehr eindrücklich und die Laguna Quilotoa.

U: Die Übernachtung am Fusse des Cotopaxi.

Was hat dir besonders gefallen?

F: In Equador bekommt man die Möglichkeit sehr viele Highlights auf kleinem Raum zu erkunden. Das kleine Land ist sehr vielfältig. Und die vielen verschiedenen und saftigen Früchte sind super Energielieferanten.

U: Die Vulkane waren sehr eindrücklich. Wie sie alleine in der Landschafts stehen. Und der Aufenthalt bei Happy Fruits fand ich sehr toll!
Sehr gut hat mir gefallen, dass in Ecuador auf die Umwelt geachtet wird. Es liegt kaum Müll rum. Und überhaupt sind die Equadorianer alle sehr stolz auf ihre Natur.

Was hat dir weniger gefallen?

F: Die Unterkunft in Simiatug. Und die extrem starken Gegenwinde, weshalb wir auch umplanen und den eigentlichen Trail nicht machen konnten.

U: Die Region nördlich von Ibarra fand ich nicht so prickelnd.

Deine Lieblings-schnappschüsse:

F:
Ich liebe dieses Foto! Davon möchte ich mir mal ein grosses Poster machen lassen. Das haben wir unterhalb des Vulkan Chimborazo aufgenommen, als er noch in Wolken verhüllt war und man seine Grösse nur erahnen konnte.
Schönes Foto, leckeres Brot! Eine uralte, traditionelle Bäckerei in Cuenca.

U:

Dieses Foto ist einfach zu gut und deshalb doppelt vertreten. War aber nicht mehr als ein Schnappschuss. Einfach gestoppt, ohne nachzudenken geknipst und gleich weitergefahren. Bei solch einem Panorama brauchts nicht mal einen Filter;-). Noch was zu den Vicuñas im Bild. Vicuñas sind mit den Alpacas verwandt, aber kleiner, schneller und wilder. Und vorallem Leben sie weiter oben in den Bergen in sehr unwirtlichen (und unwirklichen) Gegenden. Hier auf 4500m, in steiniger Berglandschaft ohne viel Wasser oder Nahrung. Für mich war es immer ein sehr schönes Gefühl Vicuñas anzutreffen. Denn Vicuñas = einzigartige abgelegene Landschaft.

Ja, die Vulkane… Oft stehen sie ganz alleine in der Gegend rum und schauen bedrohlich auf einen hinunter. Hat was ganz besonderes.



Kolumbien

Dein Reisehighlight:

F: Ich glaube das ist tatsächlich Cartagena. Eine sehr schöne, farbige und vielfältige Stadt. Und zu unserer Überraschung auch sehr sicher für kolumbianische Verhältnisse. Ausserdem unser letzter Ort in Südamerika und auch deshalb für uns persönlich ganz speziell.

U: Die Bootsfahrten auf dem Rio Magdalena und dadurch der Besuch diverser schäbiger Hafenstädte.

Was hat dir besonders gefallen?

F: Die Menschen hier sind sehr freundlich und offen, speziell dann, wenn wir mit dem Velo unterwegs sind. Und die vielen Casas de ciclista die es in diesem Land gibt sprechen für sich. Ausserdem gab es hier endlich mal wieder eine leckere Pizza.

U: Trotz Krieg mit den Guerillias und diverser Narcos, lassen es sich die Kolumbianer nicht nehmen abends ordentlich Fiesta zu machen.

Was hat dir weniger gefallen?

F: Die unerträgliche Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit in den tiefen Gegenden des Landes. Und Kolumbien macht für uns bis jetzt den Gefährlichsten Eindruck von allen sechs Länder die wir bereist haben. Auch wenn wir persönlich keine schlechten Erfahrungen gemacht haben, sind die Erzählungen und Ratschläge der Einheimischen doch sehr eindeutig.

U: Die Sicherheitslage. In Kolumbien muss man mancherorts echt aufpassen. Und Nachts bleibt man im Hotel.

Deine Lieblings-schnappschüsse:

F:
Naja, die kolumbianische Polizei, unser Freund und Helfer.
Kolumbien, das Land der Gegensätze.
U:

In Kolumbien erhielten wir Besuch von Silvan. Sehr schöne drei Wochen. Danke für den Besuch:-). Hier gemeinsam am Posen im Valle Cocora vor den höchsten Palmen der Welt.

Wir dachten wir wüssten was Hitze ist. Kolumbien hat dann gewissermassen unseren Horizont erweitert.

4 Gedanken zu “Goodbye Südamerika – ein kleines Resume

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